In letzter Zeit habe ich mich doch schon sehr arg dem Part der Desserts abgewandt. Das ist natürlich ein Zustand, der nicht so bleiben darf. Darum habe mich einem der drei Hefewürfel angenommen, welche sich schon seit einigen Tagen im Kühlschrank auf charmante Art & Weise anboten. Galt es nur noch einen passenden Partner für dieses Vorhaben zu gewinnen. Ein Tweet von Katharina brachte mich da auf den richtigen Gedanken. Sie hatte ihren diesjährigen ersten Rhabarber in den Händen und ich war verwundert, dass das für einen solchen Genussmenschen für meine Begriffe sehr spät war. Aber wie heißt es dann in solchen Augenblicken immer:”Fass` dir doch erst mal an deine eigene Nase”, wobei mir sofort einfiel, dass es bei mir selbst doch gar nicht besser ausschaut.

Auch war das Zubereiten an sich dieses Mal auch geprägt von dem einen oder anderen Malheur, welche man in einem Food Blog ja erstens recht häufig erleben darf und zweitens häufiger gut zensiert bekommt. Doch hier war das recht schwierig, da mir die gemeine Dampfnudel nach dem so augenscheinlich optimalen Moment des Herausnehmens ja sowas von zusammen gefallen war, dass einem nicht nur das Glück sondern auch der Wunsch weiter zu machen abhanden gekommen war. Doch meine großmütterlich verwöhnte Frau war sofort zur Stelle und konnte mir mit einem einfachen aber doch geschickten Haushaltstrick weiterhelfen. Das Rezept verlangte ein Garen im einem Sud mit Milch, Butter und bei der süßen Variante auch noch mit Zucker in einem breiten abgedeckten Topf. Das wollte wie gesagt nicht so recht gelingen und viel besser erwies sich hier Oma`s Methode ein Tuch über einen mit 3- 4 cm mit Wasser gefüllten Topf zu spannen, fest zu binden und so die Knödel auf klassische Art und Weise zu dämpfen. So wollte der erst verfluchte Teig doch noch gut gelingen und die Dampfnudel war wieder das, was sie laut des Namens ja eigentlich auch sein sollte… voller heißer Luft. Und so kommt jetzt wie versprochen “The Return of the Dampfnudel” aka

Dampfnudel mit Rhabarberkompott

Zutaten…

…für die Dampfnudel

  • 40 g Hefe (ein ganzer Würfel) oder 2 Pck Trockenhefe
  • 250 ml Vollmilch
  • 50 g Butter
  • 500 g Weizenmehl (Type 550)
  • 1 Ei
  • 40 g Zucker
  • 1 Prise Salz

…für das Rhabarberragout

  • 5 Stangen Rhabarber
  • 100 ml Weißwein
  • 100 ml Wasser
  • 100 ml Zucker
  • 1 x Stück Vanilleschote
  • Zitronen- & Orangenabrieb
  • Speisestärke

Zubereitung…

…des Teiges

  1. Die Hefe in 50 ml lauwarmer Milch auflösen, mit Mehl bestäuben und zugedeckt ca. 15 Minuten an einer warmen Stelle gehen lassen (In Österreich Dampferl genannt).
  2. Die geschmolzene Butter, die vorbereitete Hefe und das Mehl in eine Schüssel geben.
  3. Den Zucker, das Ei, die restliche Milch und eine Prise Salz dazu geben und zu einem weichen Teig verarbeiten.
  4. Den Teig 45 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
  5. Die Arbeitsfläche bemehlen und den Teig darauf geben.
  6. Nochmals alles gut durchkneten und 12 Knödel aus dieser Masse abdrehen.
  7. Die Knödel nun auf das oben beschriebene Tuch setzen, das Wasser muss jetzt schon Kochen.
  8. Entsprechend der Größe ca. 8 bis 10 Minuten garen und bloß nicht während dessen öffen.

…des Rhabarberragouts

  1. Dem Rhabarber wird mit Hilfe eines kleinen Küchenmessers die Haut abgezogen. Die Abfälle werden aufgehoben und in einem Topf gesammelt.
  2. Die Rhabarberstangen nun in gleichmäßige Scheiben schneiden und beiseite legen.
  3. Die Abgänge nun zusammen mit dem Wasser und dem Zucker einmal kurz aufkochen und auf niedrige Temperatur stellen.
  4. Dabei den Abrieb und die ausgekratzte Vanilleschote zugeben und ziehen lassen.
  5. Nach 15 Minuten den Fond durch ein feines Sieb passieren und diesen erneut aufkochen.
  6. Etwas Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren und entsprechend der Menge zur gewünschten sämigen Konsistenz abbinden.
  7. Nun die Rharbarberstücken zugeben und bei schwacher Hitze für ein zwei Minuten garen.
  8. Vom Herd nehmen und erkalten lassen.

…Anrichten

Die Dampfnudel heiß anrichten und das Rhabarberkompott zugeben. Fertig!

 

PS: Ich muss sagen rein optisch überzeugt das vielleicht nicht jeden hier, aber rein geschmacklich… sag ich Euch!

 

 

Quellenhinweise: © Rezept des Hefeteigs via App “Rezepte”

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Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

9 thoughts on “Return of the Dampfnudel

  1. Sekundentakt on 20. April 2011 at 17:46 Antworten

    wow, toll! 🙂

  2. Andreas on 20. April 2011 at 22:20 Antworten

    Hi Steffen,

    kann es sein, dass den Trick nicht erwähnt hast? Wie lange dampft den deine Dampfnudel?

    1. bert007 on 21. April 2011 at 11:31 Antworten

      Oh mein Gott, Du hast recht. Da habe ich wohl etwas geschlampt, ich gelobe Besserung und überarbeite den Artikel in Kürze. Danke Andreas.

      1. bert007 on 21. April 2011 at 23:40 Antworten

        So, der Artikel ist nun ergänzt worden, danke nochmal!

  3. einfach ein schönes Leben on 13. Mai 2011 at 22:31 Antworten

    Lieber Bert,

    Deine Dampfnudeln gefallen mir eigentlich ganz gut, aber nur eigentlich, denn bei uns in Bayern muss eine richtige Dampfnudel unten ein Ramerl haben. Das heißt eine schöne Milch-Butter-Honig-Kruste. Das was du gemachst hast ware dann bei uns eher ein Germknödel. Aber hier würden wieder die Österreicher wiedersprechen, denn richtige Germknödel müssen mit Powidl gefüllt sein und oben drauf gehört Mohn. Ist wohl nicht so einfach mit den Bezeichnungen.

    Viele Grüße aus dem dampfigen Bayern

    Martin

    1. bert007 on 26. Mai 2011 at 23:17 Antworten

      Vielen Dank Martin,

      ich habe auch bemerkt, dass regionale Bezeichnungen hier und da einen anderen Maßstab an das fertige Produkt legen. Da gehen bei einigen Begriffen die Erwartungshaltungen oft weit auseiander, was nicht heißen soll, dass man es deswegen nicht ausprobiert. Beim Verkosten war man mit dem Ergebnis sehr zufrieden und der Ansatz mit der Milch- Butter- Honig Kruste klingt sehr spannend. Wie wird der denn umsgesetzt? An Mohn hatte ich auch gedacht, doch was dieser leider nicht zu Hause vorrätig. Beim nächsten Mal bestimmt wieder.

  4. einfach ein schönes Leben on 29. Mai 2011 at 00:35 Antworten

    Lieber Steffen,

    da hast du mich jetzt aber auf den falschen Fuß erwischt. Es ist nämlich schon einige Jahrzehnte her, als ich meine letzten Dampfnudeln gemacht habe, nämlich in meiner Konditorlehre. Welche Schande! Aber eigentlich war ja meine Oma die richtige Dampfnudelspezialistin. Der konnte niemand etwas vormachen in Punkto Dampfnudelrammerl. Aber jetzt zu den Dampfnudeln aus meiner Lehre. Wir haben sie immer in großen Tigeln gemacht, da hatten 30 Stück Platz. In die Form kam: 400 g Milch, 200 g Honig und 200 g Butter. Dies haben wir angewärmt bis die Butter flüssig war. Schön verrührt und da hinein kamen die Dampfnudeln. In diese warme Milch haben wir die Teiglinge gesetzt. Schön gehen lassen und dann kamen Sie in den Ofen nur mit Unterhitze und offener Ofentür. Es war ja eine Konditorei und wir hatten keinen Herd wo man es üblicherweise machen würde. Wichtig ist, dass der Deckel gut schließt, damit sich oben auf den Dampfnudeln keine Kruste bilden kann. Sie sollen oben nur im Dampf garen. Deshalbe haben wir immer ein Tuch zwischen Deckel und Topf geklemmt. Backzeit war ca. 20 bis 30 Minuten. Aber eigentlich ist es besser die Dampfnudeln auf dem Herd zuzubereiten. Hier muss man eben durch eifaches Probieren herausfinden wie stark man die Herplatte einstellen muss, dass man eine schöne Kruste bekommt, ohne das diese verbrennt. Das ist die hohe Kunst der bayerischen Dampfnudel und erfordert viel Übung bis man das Dampfnudeldiplom endlich erwerben kann. Dann einfach eine Vanillesoße dazu und man ist im bayerischen Mehlspeisenhimmel.

    Es grüßt mit himmlichen Grüßen

    Martin

  5. Scharlotta on 24. Juni 2011 at 13:11 Antworten

    Ich liebe Dampfnudeln, werde Sonntag mal wieder welche machen.
    Gruß
    Scharlotta

  6. Karin Anderson on 4. Juni 2013 at 00:18 Antworten

    Hab ich seit meiner Kinderzeit nicht mehr gegessen – in Norddeutschland heissen sie allerdings Hefeklösse. Ich erinnere mich noch an ein Wettessen mit meinem Cousin, mit 6 Klössen bin ich als 12-jährige knapp unterlegen…. 🙂

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