Tim Raue polarisiert. Er möchte um jeden Preis begeistern und das prinzipiell per Vollgas. Keine halben Sachen, der Superlativ ist gerade gut genug. Ansprüche die auf der einen Seite dem Gast den Wiedererkennungswert geben und vom Schaffer alles abverlangen.

Er zeigt Kante und hat Erfolg damit. Er duckt sich nicht weg und zeigt auch gerne, was er hat. Umso erfreulicher für mich, dass er sich bereit erklärte, mir Rede und Antwort zu stehen.

Im Herbst erscheint dann sein nächster großer Wurf. Er bringt sein erstes nächstes Kochbuch heraus und das Warten hat ein Ende. Als ich dann hörte, wer für die Foodfotos verantwortlich ist, habe ich mich umso mehr erfreut. Aber Genaueres lest Ihr dann bald sowieso hier. Hier nun erstmal das Interview.

Info:

Geburtstag: 31.3.1974
Geburtstort: Berlin
Wohnort: Berlin
gelerntes Handwerk: Koch

Tim Raue hat in seiner Zeit als Koch in Berlin schon vielen besternten Projekten beigewohnt und sammelte unter anderem Erfahrung im „Restaurant Quadriga“, im „Bamberger Reiter“, „Restaurant Rosenbaum“ oder dem Restaurant „first floor“ bevor er zum ersten Male in der ersten Anstellung als Küchenchef im „Restaurant Kaiserstuben“ direkt vom Feinschmecker neben anderen 6 Kollegen der Köchezunft zum „Aufsteiger des Jahres“ ernannt worden ist.

Hungrig nach weiteren Erfolgen trieb es ihn dann wieder in die großen Häuser der Hauptstadt, wo er nach Stationen wie dem „Ritz- Carlton Schlosshotel Berlin“ oder dem „e.t.a. hoffmann“ im „Swisshôtel Berlin“ seinen ersten Michelin Stern & 18 Pkt. im Gault Millau erkochte.

Auszeichnungen wie die des „Koch des Jahres“ durch den Feinschmecker folgten und so ergab sich die Anstellung im Berliner Traditionshaus „Hotel Adlon“, wo er die Position des „Kulinarischen Direktors2 einnahm. Auf Anhieb schaffte er wieder den Stern und für alle Kenner war klar, dass die Frage nicht heißen musste ob, sondern wann der zweite Stern erreicht würde.

Die Wege trennten sich nach drei Jahren wieder und er wurde zusammen mit seiner Frau selbständig. Tim Raue hat nun auch ganz klar die Ambition auf den 2 Stern signalisiert und wurde letztes Jahr doch wieder nur vertröstet.

Das dürfte ihn für diese Saison nur noch mehr angespornt haben.

12 FAQ mit Tim Raue

 1. Inspirationen für meinen Job hole ich mir…
…beim Shoppen, in Galerien oder auch bei Waldspaziergängen.

 2. Überbewertet finde ich…
…Trends.

Unterbewertet finde ich…
…jahrzehntelange beständige Leistung.

3. An der deutschen Gastronomielandschaft finde ich
gut, dass…
die aktuelle Generation der Top 100 Köche, eine individuelle Küche realisieren und es keine „Überväter“ mehr gibt, deren Gerichte ständig kopiert werden.

…schlecht , dass…
Wer was schlecht findet, soll es gefälligst ändern und nicht darüber jammern.

4. Zuletzt war ich essen bei…
…Eric Ripert („Le Bernadin“), Daniel Humm („Eleven Madison Park“), Masa („BAR MASA“) und „Katz` Delicatessen“ in New York. Jeder Besuch war kulinarisch wirklich herausragend und zudem begeistert mich, dass die einzelnen Betriebe wirtschaftlich enorm erfolgreich sind.

5. 3 Eigenschaften, die ich gerne hätte sind…
Ich formuliere es etwas um:„Drei Eigenschaften an denen ich stets in arbeite sind Zielstrebigkeit, Freundlichkeit und Großzügigkeit“

6. Mein Lieblings- Handwerksgerät ist…
…mein Hirn.

7. Ich habe glücklicherweise hunderte Kochbücher verschenkt und wichtigsten 100-150 lese ich ständig wieder. Es ist wunderbar nach Jahren mal wieder ein Buch in der Hand zu halten und eine neue Entdeckung darin zu machen. Meine absoluten Favoriten:

„White Heat“ | Marco- Pierre White, „Life is a banquett“ | Belinda Wong, „On the Line“ | Eric Ripert, „The Culinary Chronicle 1-8“

8. Die für mich wichtigste Errungenschaft im gastronomischen Bereich der letzten 10 Jahre ist…
…die entspannte Atmosphäre in Restaurants der Spitzenklasse.

9. Mein letztes Mahl besteht aus…
…das habe ich nicht zu entscheiden…

10. …und das würde ich am liebsten verspeisen mit….
..meinem Freund Till, ein geflämmtes Wagyu Rind Carpaccio mit einem 85er Cros Parantoux von Henri Jayer.

…meiner Frau und unseren Freunden ein BBQ auf Sizilien mit einer Degustation von Sine Qua Non Weinen aus den 90ern.

…allen ehemaligen Sous- Chef & Küchenchefs von mir, einen Topf „Aubergine mit Schweinefleisch“ und eine 12l Flasche Krug Grand Cuvée.

11. Der beste Küchenchef ist für mich,…
…den Einen gibt es nicht… es sind all` diejenigen, die jeden Tag alles geben.

12. Mein Lebensmotto lautet:
„Pain is temporary, glory is forever“

Zu guter Letzt 2 unbedingt anzusehende Genuss- Webseiten:
http://www.sternefresser.de
Der beste Platz um zu verfolgen, was in Deutschland gastronomisch passiert.

http://qliweb.com
Weltweite Restaurantbesuche werden gut nachvollziehbar gezeigt und bewertet.

Restaurant Tim Raue

Rudi-Dutschke-Straße 26
10969 Berlin

Telefon: 030 25937930

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Holger Bodendorf | "Eine Prise Sylt: Sieben T... Holger Bodendorf kocht schon seit so einiger Zeit im Landhaus Stricker. Er steht deswegen nicht umsonst für Beständigkeit und ausgesprochene Gastfreundlichkeit. Sein letztes Jahr herausgegebenes Kochbuch "Eine Prise Sylt...
Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 6 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

3 thoughts on “12 F.A.Q. an Tim Raue

  1. Sequenzer on 20. September 2012 at 10:12 Antworten

    Wieso sein erstes Kochbuch? Er hat doch vor Jahren eines veröffentlicht. Natürlich ein ziemlich gutes Kochbuch

    1. bert007 on 20. September 2012 at 10:37 Antworten

      Ich habe das nochmal recherchiert, und da hast Du recht. Wußte ich garnicht. Ich habe es gleich geändert. Danke.

  2. […] Kochen mit Hirn: In der drit­ten Staf­fel der for­mi­da­blen Netflix-Serie „Chef’s Table“, die zur­zeit auf der Ber­li­nale vor­ge­stellt wird, ist erst­mals ein deut­scher Koch dabei: Tim Raue. Pas­send dazu hat der 42-Jährige bei der „Ber­li­ner Spei­se­meis­te­rei“ die „12 F.A.Q.“ beant­wor­tet. Dort erfährt man unter ande­rem, was sein „Lieblings-Handwerksgerät“ ist. Näm­lich: „Mein Hirn“. Ber­li­ner Speisemeisterei […]

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