Zum Löwen - Braunsbach (5 von 17)Kommt ein Mensch aus einer so urbanen Gegend wie Berlin, findet dieser immer öfter Gefallen an den wirklich einfachen Dingen im Leben, wie kürzlich während meines Kurzurlaubes in Braunsbach nahe Schwäbisch Hall. Das fängt dort schon bei der ersten Sichtung der Berge und Täler an.Überwältigende Panoramen mit ergreifenden Bauten entlang der Hänge. Kaum zu glauben, dass so etwas schon seit Jahrhunderten umsetzbar ist.

Dass man an sich an solche Aussichten schnell gewöhnt, merke ich an den Kommentaren meiner ehemaligen Kollegen, welche vor Ort ein Gasthaus in vierter Generation weiterführen:

“Du musst Dir das hier nur in grün vorstellen, dann sieht das alles sehr prächtig aus hier”. Ich empfand es bereits jetzt schon als eine Art Augenweide und es bedurfte da auch nicht viel Vorstellungskraft, um sich diese prächtigen Landschaften schön zu malen.

Thomas Hopf & Heike Philipp (2 von 2)
Thomas Hopf & Heike Philipp

Aber nicht nur die Landschaften offenbaren einem eine alternative Lebensart, es ist auch der offene und vor allen Dingen nicht wortkarge Umgang der Bürger, welcher zuerst fast schon befremdlich erscheint. Das ist aber schnell überwunden. Man neigt hier zudem nur selten dazu zu übertreiben, ausser wenn es um die Sicherheit geht. Da steht man schon mal im Bett, geht es denn für die ortsansässige Feuerwache zum Unfallort, noch dazu unter Einsatz des Martinshorns (nachts um 22 Uhr war hier kein Auto in Sicht) und der städtischen Alarmsirenen, wie ich sie früher nur von den wöchentlichen Zivilalarmen probehalber her kannte,… wie charmant!

Showroom

Aber nun zum Hauptsächlichen. Neben der täglichen und vor allen Dingen köstlichen Bewirtschaftung kamen wir in den Genuss die einmalige Salzwand der Metzgerei zu begutachten. Denn der Gasthof profiert neben der Wirtschaft von diesem hauseignenen Metzgerbetrieb, welcher nun bereits in der 5. Generation betrieben wird.

Zum Löwen – Braunsbach

Diese Salzwand ist das Herzstück in der Reifekammer für das zukünftige “Dry Aged Beef”. Der Geruch, welcher beim Betreten dieser Räume in die Nase strömt ist unglaublich intensiv. Das Fleisch wird dort bis zu sechs Wochen gereift und dort verliert es ungefähr 30 % seines Gewichts durch den Verlust des enthaltenen Wassers. Der Vorteil dieser Salzwand ist wohl der ausbleibende Schimmelbefall und der damit oft eintretende Verwesungsgeruch.

Die dort aufgehangenen Stücke sind mit Sicherheit rasch vergeben. Ich hatte sogar Gelegenheit, dort ein paar Aufnahmen zu machen. Bepackt mit ein wenig Reiseproviant traten wir wieder die Heimreise an und werden bei nächster Gelegenheit ganz sicher wieder vorbei schauen.

Gasthof Zum Löwen

Marktplatz 4, 74542 Braunsbach

Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

One thought on “„Man muss nicht mehr schlachten, als man salzen kann.”

  1. Robert Wening on 25. November 2013 at 15:41 Antworten

    Hallo,
    ich wollte mich ganz herzlich für das prima Essen bei euch bedanken. Fleisch so zuzubereiten und es dann am Knochen serviert zu bekommen, perfekt auf den Punkt gegart, das ist eine Kunst für sich. Ich kenne kein Restaurant/Steakhouse, das dieses Niveau leisten kann, Hut ab.
    Viele Grüße, Robert

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