Für mich war der gestrige Tag geprägt von einem weiteren Tiefpunkt, welcher nicht unerwartet kam, aber dann doch überraschte.
Um das alles zu verstehen, bin ich gezwungen sehr weit auszuholen, was jedoch eigentlich nicht meine ursprüngliche Intention war.

Es geht um das Thema “Jeden Tag ein Buch”.

Die auch unter dem Kürzel #jteb im Internet ausschließlich unter Foodbloggern bekannte Aktion, behandelt Kochbuchbewertungen oder auch -besprechungen von Foodbloggern gerichtet an alle Genussbuchbegeisterten. Sie gibt es seit Juli 2013 und ist eine Aktion, die von Astrid Paul ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit Stephanie Kosten vom “Kleinen Kuriositätenladen” und Max Vanderveer von “highendFood” hatte sie zwei Autoren von Foodblogs /-magazinen gefunden, welche zusammen eine Facebookgruppe pflegten, die wohl vordergründig den Zweck erfüllte neue Mitbestreiter zu finden und diese auf die dort geltenden Regeln einzuschwören.

Ich hatte von Anfang an bei diesem Projekt reges Interesse mich einbringen zu wollen, dem habe ich nichts Widerzusetzen.

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Hier und da nahm ich sehr aktiv an den Diskussionen in der Gruppe teil und versuchte mich einzubringen, natürlich auch mit dem Interesse, vielleicht später ein Teil der Organisation dieses Projekts sein zu wollen. Nach eigener Recherche ist mir aufgefallen, dass man aber hier, für meine Begriffe etwas unvorsichtig, mit dem Thema umgegangen ist, hatte man doch schon lange nach der ersten Aktionswoche nicht die entsprechenden Rechte an der Domain gesichert. Das holte ich nach.

Mehr und mehr wurden jedoch den Vorschlägen, welche ich in der Gruppe machte von A. Paul Einhalt geboten. Es ging um einige Regeln, welche bis heute immer noch Bestand haben, die ich so in der Gruppe diskutieren wollte. Dieser Austausch wurde aber strikt untersagt, da diese Regeln nicht zur Verhandlung standen, das wurde von A. Paul klargestellt. Folglich führte es dazu, dass ich mich freilich distanzierte und ein weiteres Engagement ruhen ließ.

Die Domainrechte an “JedenTageinBuch.de” besitze ich seitdem.

Daran wurde ich erinnert, als ich eine sehr forsche Nachricht vom 15.11.2013 von A. Paul erhielt. In dem daraufhin von mir initiierten Anruf wurde dieser Wille sehr rigide und mit der Androhung von Konsequenzen untermauert, würde ich die Domain nicht innerhalb der folgenden 14 Tage umschreiben. Außerdem wurden, um es mal stark geschönt darzustellen, “moralische Bedenken” geäußert. Später war dann auch auf ihrer Seite von der Behauptung* zu lesen, dass ich sie unter Druck gesetzt hätte, ich wäre nur bereit die Seite abzugeben, würde ich in Zukunft an dem Projekt teilhaben können. Dem war nicht so, dass das hier nur schwer zu belegen ist, ist mir auch klar. Aber jeder kann sich sicher vorstellen, dass solch ein “Arbeitsverhältnis” nur schwer Spaß machen würde.

Gegenteiliges kann man ebenso nur schwer nachweisen, was aber A. Paul nicht daran gehindert hat, genau diese erpresserischen Methoden mir in einem Beitrag zu unterstellen.

Die Konsequenzen kamen dann auch nach der von ihr gesetzten Frist von zwei Wochen. So wurde ich aus diversen Facebookgruppen entfernt (Kochen.Essen.Bloggen, Kochbuchsüchtig,etc.), was mich irritierte, da viele dieser Gruppen A. Paul nicht als Administratorin vorsahen.

Auch bekam ich diverse Anfragen, von Foodbloggern, was da los sei. Ich selbst kann davon ausgehen, dass da die angestoßene Mundpropaganda ihren Teil dazu beigetragen hat. Einigen Foodbloggern erklärte ich mich, da es mir wichtig war, bei denen Gesicht zu wahren.

Die Domain nutze ich seither, für eine knappe Stellungnahme, von der ich bisher eigentlich immer Abstand nehmen wollte, bis heute.

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Screenshot der Seite http://www.arthurstochterkochtblog.com/2014/05/jeden-tag-ein-buch-die-dritte-woche-vom.html vom 13.05.2014

Die nächste Stufe der Auseinandersetzung wurde meines Erachtens erreicht, fallen nun doch eindeutig justiziable Bemerkungen auf den Seiten von “Arthurs Tochter kocht”. So schreibt “Die Karin” den hier zu sehenden Kommentarbeitrag.

Jeder Kommentarbeitrag wird von A. Paul moderiert, das heißt, sie entscheidet, welcher Leserbemerkung online geht und welche nicht. Sie hat sich beim Gegenlesen dieses Kommentars dafür entschieden, ihn zu veröffentlichen. Prüfe ich den Inhalt, sehe ich neben der Beleidigung auch, dass diese Leserin sich diese Sache längere Zeit angesehen hatte und so ihre Schlüsse zieht. Genau diese Argumentation ist auch der Kern, den ich entscheidend in dieser ganzen Angelegenheit bei den “Foodbloggern” kritisiere.
Es ist seither im journalistischen Pressecodex verankert, wenigstens zwei unabhängige Quellen für die eigene Recherche zu nutzen. Man möge sich also wenigstens zwei Meinungen einholen, bevor ich im Internet öffentlich richte. Das ist eine Regel, welche mir selbst im beruflichen als auch privaten Sinne bereits viel geholfen hatte, da solch getroffene Entscheidungen besonnener Natur sind. Auch ihre direkte Antwort in Bezug zu dem Verhältnis mit den Verlagen kann ich bisher nicht bestätigen.

In meinem Fall wurde diese Handhabe in der deutschen Foodbloggerszene von vielen “Größen” komplett ad absurdum geführt. Gerade die Entfernung aus den Facebookgruppen hat mich irritiert. Es gab nicht eine einzige Nachfrage. Da wurde auf das “Trommeln” der Interessen einer Einzigen mehr gegeben und im vorauseilendem Gehorsam gehandelt, als eine objektive Auswertung der Sachlage abzuwarten, die mit mehr und vielleicht sogar eigens eingeholten Statements unterschiedlicher Herkunft unterfüttert ist.

Der oben beschriebene Entgleiser der “Karin” steht auch symbolisch für diese gutgläubige Fraktion, zu der ich mich in Zukunft besser nicht zählen möchte und deswegen es fast lieber vorziehe, in Zukunft vorzugsweise nicht mehr Foodblogger genannt zu werden.

Wenn ich eine interessante Domain finde, sie zudem frei verfügbar ist und ich sie für mein Geld erhalten kann, dann nutze ich diese Möglichkeit wahrscheinlich auch. Ich sehe mich aber nicht gezwungen, bestimmte Personen für mein Schaffen um Erlaubnis zu fragen, dazu zählt auch A. Paul. Sollte der Tag kommen, an dem ich das muss, ziehe ich freiwillig den Stecker.

Bis heute ist mir kein anständiges Angebot für diese Domain vorgelegt worden.

Für mich erkläre ich das Thema „Jeden Tag ein Buch“ als beendet an. Es hat einen sehr faden Beigeschmack.

PS: Die Zusammenarbeit mit Max Vanderveer an dem Projekt „Jeden Tag ein Buch“ wollte sie, laut eigener Aussage, aufklären. Bis heute ist das nicht passiert. Nachfragen dazu sollte man vielleicht auch einmal in den entsprechenden Foren stellen, aber stattdessen ist ein weiteres Totschweigen wohl eher zu erwarten.

 

*Anm. d. Red.: Der Artikel wurde auf der Seite von A. Paul wieder entfernt.

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Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.