Krautkopf-App

Kraut|Kopf App

4,99 €
8.9

Funktionalität

9.0/10

Design

9.2/10

Inhalt

8.5/10

Pros

  • Großartige Bilder
  • Einkaufsliste
  • Favoriten
  • Metrische & U.S.A. Einheiten

Contras

  • kein Druckexport
  • etwas kleine Schrift auf dem Smartphone

Kochen in der heutigen Zeit ist längst nicht mehr der einfache Griff ins Bücherregal, sich aus dem Kochbuch seiner Wahl ein Rezept aufzuschlagen, um anhand der Zutaten die Lebensmittel zu besorgen und anschließend mit dem Zubereiten zu beginnen. Das galt einmal. Heute müssen neben den Büchern eben auch die sogenannten Rezepte-Apps auf dem Smartphone mit an Bord sein. Die neue Krautkopf-App ist solch eine.

Krautkopf-App

Einem Romantiker, welcher auf den Geruch, die Geräusche und die Haptik des Buchpapiers beim Blättern steht, wird man von solch einer App nicht überzeugen können. Doch die Generation Y mit der technischen Aufgeschlossenheit und dem Hang, sich vorwiegend durch tolle Foodbilder via Instagram oder etwa auch Pinterest für neue Rezeptideen inspirieren zu lassen, wird sicherlich auf dieses digitale Rezeptbuch einen Blick werfen wollen.

Die Autoren Susann und Yannic kennt man vermutlich schon. Ihr Blog Krautkopf ging in den letzten zwei Jahren durch die Decke. Die vielfach ausgezeichnete Seite wurde in einer sehr kurzen Zeit zum famosen Trendsetter, wenn es um die kulinarischen Kreationen von vegetarischen als auch veganen Speisen ohne Gluten und raffinierten Zucker geht. Mich hat ihr Einfallsreichtum ebenso von jetzt auf gleich überzeugt. Hauptberuflich verdienen die beiden ihr Geld mit Hochzeitsfotografie und auch dort sind sie gut gebucht und liefern eine einzigartige Arbeit ab.

Krautkopf-App

Wie sieht die digitale Umsetzung aus?

Nach ihrem ersten Buch, welches im letzten Jahr veröffentlicht wurde, haben sie nun die letzten drei bis vier Monate damit verbracht, sich auf dieses digitale Abenteuer einzulassen. Herausgekommen ist dabei eine Koch-App mit insgesamt 80 saisonalen fleischlosen Rezepten. Die gut 50 MB große Rezeptdatenbank ist in ihrer Navigation in 5 Hauptbereiche aufgeteilt. Im ersten, den Rezepten, wird dem Nutzer die Möglichkeit gegeben, die Miniaturansichten der kompletten Gerichte nach verschiedenen Kriterien (von A-Z, nach Jahreszeit, nach Gängen oder nach Ernährungsweise) zu sortieren. Das ist in sich schlüssig und funktioniert intuitiv. Beim Durchforsten auf dem iPhone fällt sofort die wunderbare Foodfotografie der beiden auf. Sie haben sich mit dieser ein Wiedererkennungsmerkmal aufgebaut. Ihre Bilder kann man sehr gut von anderen unterscheiden.

Klickt man ein Gericht an, so vergrößert sich das Vorschaubild bildschirmfüllend. Für den späteren einfachen Einkauf hat man sich viele sinnvolle Funktionen ausgedacht.

Erhöht man zum Beispiel die Anzahl der Gäste in den Rezepten, so berechnet die App die benötigten Elemente neu. Nun kann man selbst entscheiden, ob man dieses Rezept in die eigene Favoritenliste ablegen möchte oder anhand der Berechnungen nun direkt eine Einkaufscheckliste erstellen mag.

Krautkopf-App

Wer gleich ein ganzes Menü aus mehreren Rezepten für einen speziellen Lunch zusammenstellen mag, kann die Rezepte in die einzelnen Gänge (Vorspeise, Hauptgang oder Dessert) ablegen und zum Schluss auf die gewünschte Personenzahl berechnen lassen. Die so entstandenen Einkaufslisten können nun generiert werden, um diese dann auf dem Markt zu besorgen. Das geschieht wie von Kinderhand. Zusätzlich kann man in die Rezepte selbst für später noch eigene Notizen ablegen.

Doch welche Gerichte kann man erwarten?

Über die Inhalte wird bei vielen App- Bewertungen viel zu wenig geredet. Das Hauptaugenmerk gilt bei solchen Koch-Applikationen zweifelsohne den Inhalten. Susann und Yannic stehen auch hier für kompromisslose vegetarische/vegane Kost, die gerade deshalb von ihrer Abwechslung lebt. Die Speisen sehen wie immer absolut appetitanregend aus. Ein gutes Dutzend habe ich sogleich per Doppeltab, welches man vielleicht von Instagram her kennt, in die Favoritenliste geschoben. Dort landete auch die Blumenkohlsuppe mit gehobelten Mandeln und herrlichen Röstaromen, die man schon beim Betrachten des Bildes, erahnen kann.

Für die restlichen wärmeren Tag, welche uns im September noch bevorstehen, empfiehlt sich vielleicht die Zubereitung der Gurkengazpacho, vorausgesetzt man findet hier irgendwo noch die dafür notwendigen Stachelbeeren. Denn auch hier wird stark saisonal gekocht. Der Umstand sollte bedacht sein, um nicht später frustrierende Momente zu erleben. Wer nach der Krautkopf- App kocht, kocht immer auch ein Stück weit saisonal.

Sehr gefreut habe ich mich über die Cherry Pie, welche mir bereits vor zwei Jahren auf dem Blog aufgefallen ist. Dies ist ein absolutes Pflichtrezept für mich, da es nun absolut keine Ausreden mehr geben kann. Vielleicht poste ich Euch mein Ergebnis hier.

Kleine Schwächen gibt es dennoch

Einzig und allein die Ausgabe auf einem Drucker, beispielsweise via Airprint, hätte ich mir an dieser Stelle gewünscht. So bleibt einem nur der Versand per Mail, welche man dann umständlicher Weise ebenfalls drucken könnte oder die reine Ausgabe auf dem Bildschirm.

Krautkopf-App
Der Aufbau der Inhalte ist wirklich sehr anmutig gestaltet, die Schriftgröße ist mir ebenfalls ein wenig zu klein. Das stört nicht, wenn das Handy bei der Zusammenstellung des Speiseplans direkt in der Hand gehalten wird. Aber spätestens dann, wenn das Endgerät beim Kochen auf dem Tisch liegt und der Leseabstand dann doch etwas größer gerät.

Was auf dem iPhone vielleicht gerade in Bezug auf die Schrift etwas zu klein dimensioniert ist, funktioniert auf dem iPad wunderbar. Hier bildet man die Informationen auf einem gesplitteten Screen ab. Die Bilder sind dabei stets auf der einen Seite zu sehen, während die aufgerufenen Informationen, wie Zutaten oder Zubereitung auf der anderen Hälfte aufgerufen werden.

Krautkopf-App

Der Workflow beim Kochen setzt auf eine abzuarbeitende Checkliste. Hier wird jeder Schritt nach und nach abgearbeitet und bei Bedarf für einen schnellen Wiedereinstieg abgehakt. Abschließende Tipps für spezielle Produkte runden das Angebot ab.

Fazit

Man hat als Käufer eine sehr aufgeräumte und designtechnisch anspruchsvolle Rezeptdatenbank vor sich. Die Bilder sind sehr schön anzusehen und machen tatsächlich auch Lust darauf, diese abgebildeten Gänge nachzukochen. Vom Ablauf ist für meine Begriffe die Schrift auf der getesteten Smartphoneoberfläche etwas zu klein geraten. Auch einen Druckerexport der Einkaufslisten hätte ich mir gewünscht. Gemessen an dem hier aufgerufenen Preis von lediglich 4,99 € bekommt man aber eine sehr umfangreiche und praktisch zu bedienende App mit nur nützlichen Features geboten. Vom Autor höre ich, dass die Funktionalität als auch das Rezeptangebot hin und wieder noch erweitert wird. Von mir gibt es daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

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Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

One thought on “Digitale Kochkultur: Die Krautkopf-App von Susann und Yannic

  1. […] zu schnacken gekocht werden, sind mir da heiß begehrt. Solche Gerichte finde ich zuhauf auf der App von Kraut|Kopf. Wer es digital nicht mag, nimmt einfach das Buch. So oder so passt das aber wunderbar mit dem […]

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