Berlin ist stets dafür bekannt, dass die ersten beiden Monate im Jahr eher schleppend verlaufen. Die Gäste drängen noch nicht so offensiv in die Gaststätten. Man ist als Betreiber einer Lokalität mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, stets bemüht seinen Gästen Neues aufzutischen. Das geschieht bei dem einen mehr bei dem anderen weniger radikal. Bei Daniel Achilles ist es Letzteres.freistoff

Aus „r e i n s t o f f“ wird „f r e i s t o f f“

Bereits letzten Sommer unterzog der Zweisternekoch seinem Restaurant „reinstoff“ eine eher unkonventionelle zeitlich befristete Umwandlung. Statt stets nur zum Dinner zu öffnen, bot er über einen Zeitraum von zweimal drei Wochen auch einen Lunch an. Die Preise sanken spürbar und die Gerichte waren alles andere als regional. Zusätzlich gab er dem Restaurant in Sachen Innengestaltung und Dekoration einen gänzlich neuen Look.Mit den Themen „Asien“ und „Lateinamerika“ schlug er in eine Nische, die man so nicht im „reinstoff“ erwarten durfte.

Das Risiko, seine Stammkundschaft zu vergraulen war enorm, doch ging das Konzept auf. Mittags wie Abends war der Laden ständig ausgebucht. Die Schlagzahl hinterließ natürlich auch beim Team seine Spuren, doch war man sehr froh, das Wagnis eingegangen zu sein.

„England“ und „Indien“

Nicht zuletzt auch aufgrund der großen Nachfrage wiederholt man ab heute dieses Prinzip auf ein Neues. Wieder wird an insgesamt je drei Wochen hier groß aufgekocht. Für die englische Themenwoche ging es für ihn zwecks Inspirationsfindung nach England, genauer gesagt London. Hier treffen unzählige lukullische Ergüsse aufeinander, so dass hier gleich auf vielfache Art und Weise eine geistige Bereicherung stattfinden konnte.

Ich konnte Ihn dazu überreden, mir eine kleine Sneak- Preview zu gewähren. So durfte ich einige der neuen Gerichte bereits kosten und ablichte. Geschmacklich gibt es für meine Begriffe absolut nichts zu Mäkeln, ganz im Gegenteil. Er versteht es sogar recht bekannte Klassiker in ein absolut neues Licht zu stellen. Seine Crew in der Küche als auch am Herd ist ihm dabei sehr behilflich. Das führt er voller Demut beim Gespräch über seine kulinarische Exkursion stets an, das ist ihm wichtig.

Durch`s freistoff zum Pop-Up Konzept im eigenen Restaurant

So könnte man diese Auslands-Trips schon fast als Pop-Up- Konzept verstehen, was ihm natürlich die Möglichkeit gibt, das immer wieder aufs Neue durchzuführen. Die Gerichte sind klasse, die Preise tief unten und die Atmosphäre sehr angenehm. Meinetwegen kann er das auch dauerhaft so führen. Für Euch sollte beim nächsten Berlin-Trip das „reinstoff“ auf jeden Fall eine Reise wert sein, und das „freistoff“ sowieso.

freistoff

Restaurant freistoff a.k.a. reinstoff

Schlegelstraße 26C
10115 Berlin
Telefon: 030 30881214
Dienstags bis Samstags von 12 bis 14 Uhr sowie von 18.30 bis 22.30 Uhr
Speisekarte für England vom 7. Februar bis 25. Februar
Speisekarte für Indien vom 28. Februar bis 18. März
Mail: contact@reinstoff.eu

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Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

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