Französisch kochen
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“Wie alles begann” müsste ich eigentlich dieses Posting taufen. Vor fast einem Jahrzehnt habe ich mit dem Bloggen angefangen und ein ganz persönliches Ventil für meinen kreativen Output gefunden. Fragt man mich, warum ich eigentlich mit dem Bloggen angefangen habe, so gebe ich stets diesen einen Moment vor mehr als acht Jahren an. Den Film “Julie & Julia” aus dem Jahr 2010.

Französisch kochen

Kochen & darüber bloggen

Wer diesen Film nicht kennt, den sei er wärmstens empfohlen. Worum es geht? Es geht um zwei Frauen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Die eine konnte kochen und wollte das in einer Zeit öffentlich zeigen, in der es Männern vorbehalten war, sich so zu präsentieren. Sie veröffentlichte ein Buch mit vielen Rezepten, welches Julie Tag für Tag nachmachen wollte. Ihre Ergebnisse stellte sie fortan ins Netz und so konnte sie ihre eigene Entwicklungskurve mit allen Höhen und Tiefen verfolgen. Dieses Buch gab es bisher stets nur in englisch. Nun kann ich Euch das frisch veröffentlichte Buch auch in deutsch vorstellen.

Französisch kochen mit Julia Child

Julia Child lernte die französische Küche in den 1950er Jahren kennen. Dort ließ sie sich in der berühmten “Ecole du Cordon bleu” ausbilden. Später verfasste sie dieses Buch, welches nur noch von ihrem 1961 in New York•USA veröffentlichten Werk namens “Mastering the Art of French Cooking” überboten werden konnte. Es gilt seitdem als zeitloses Standardwerk. Mit diesem Buch beamt sich der Leser in eine Zeit der “gelierten Madrilène”, dem “Melba-Toast” oder Klassikern wie dem Hummersalat. Aspik fand man in den Speisen überall. Die Tischkultur war eine gänzlich andere.

Französisch kochen

Julia Child machte mit diesem Werk die französische Küche dem amerikanischen Volk zugänglich. Bemerkenswert simpel und fast schon komisch ist die erforderliche Küchenaustattung, welche direkt nach dem Vorwort und den einleitenden Seiten aufgezählt wird. So benötigt man Töpfe, Pfannen, Auflaufformen, Messer, Wetzstahl, Schwingbesen, Spaten, Löffel, Küchenmaschine, ein Rundsieb sowie einen Mörser. Mehr nicht.

Das steht natürlich im Kontrast zu der heutigen Art zu kochen. Heutzutage kommen da Gerätschaften wie der Vakuumierer, Mixstab, Thermomix, ein Hochleistungssport-Blender wie dem Vitamix, BBQ Grill, Sous Video Garer und und und.

Aufbau des Buchs

Weiter geht es im Buch mit der Erläuterung des Fachtermini und der gängigen Begrifflichkeiten. Neben der anschließenden Erklärung der Schnitttechniken in Wort bekommt der Leser zu allem auch Illustrationen, welche das vielleicht nicht Verstandene näher bringt.

Als erstes folgen schließlich bei den Rezepten die Suppen. Sehr schön sind hier die originalen Bezeichnungen der Speisen zu lesen. Das ist dann zum Beispiel eine “Soupe aux Choux – Garbure”, eine “Soupe au Pistou” oder die “Soupe Gratinée des trois Gourmandes”. Jeder Abschnitt enthält eine absolut ausreichende Anzahl an Beispielrezepten parat.

Kapitelübersicht bei den Speisen: – Suppen – Saucen – Eierspeisen – Vorspeisen und kleine Gerichte – Fisch – Geflügel – Rindfleisch – Lamm und Hammel – Klabfleisch – Schweinefleisch – Innereien – Gemüse – Kaltes Buffet – Desserts und Kuchen

So zeigt bereits die Kapitelübersicht in diesem Buch schon den sehr umfangreichen Inhalt des Buchs. Auf insgesamt 653 Seiten kann sich der Leser freuen.

Französisch kochen

Der Aufbau der Rezepte ist dabei erst einmal etwas ungewöhnlich. Ich brauchte schon ein wenig, um mich zurechtzufinden. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich an diese Herangehensweise. Bei komplizierten Schritten gibt man durch die guten Illustrationen Einblick in den tatsächlichen Ablauf. So kann der Leser gut erkennen, wie zum Beispiel ein Omelette richtig gedreht oder anschließend auch gestürzt wird.

Für wen ist das Buch?

Wer jetzt denkt, dass dieses Buch nur etwas für den blutigen Anfänger ist, der irrt. Hier sind in der Tat so viele Rezepte der klassischen Art inkludiert, dass man schon von einem weiterführenden Band sprechen kann, der auch die Bedürfnisse, gestandener Köche erfüllen kann. Gerade dann, wenn es darum geht, altbekannte Gerichte zu kredenzen.

Französisch kochen

Fazit

Das Buch ist ein gut aufgebautes und strukturiertes Werk mit vielen verschiedenen Grundrezepten als auch weiterführenden Zubereitungsanleitungen der klassischen französischen Kochkultur. Hier wird man fündig, wenn man ein Buch sucht, welches viele Standardrezepturen in einem Band vereint wissen möchte. Das handliche Format macht den Einsatz in der Küche am Herd sehr einfach und funktional. Illustrationen bringen hier und da Licht ins Dunkle, jedenfalls dann, wenn die Rezeptanleitung nicht ausreichend erscheint. Die frankophile Küche hat sich in Deutschland zwar zurückgezogen, jedoch leben immer noch viele Elemente in der zeitgenössischen Küche weiter. Die meisten wird man hier finden.

 

Französisch kochen" von Julia Child

54
7.9

Inhalt & Thema

9.0/10

Funktionalität

7.9/10

Photographie

7.5/10

Design

7.5/10

Haptik

7.7/10

Pros

  • Sehr umfangreiches Buch
  • Viele Standardgerichte
  • Klassische Zubereitung
  • Viel Frachsprache

Contras

  • gewöhnungsbedürftiges Layout bei den Rezepten

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Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

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