FUSICS

Die Küchenästhetik ändert sich mit den Trends und mit den Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Technik. Die Optik wird dabei mehr und mehr auf das Wesentliche reduziert. Teilweise sehen Küchen sehr steril aus, man erkennt am immer geradliniger werdenden Konzept kaum noch, dass man hier auch kochen kann. Das liegt vor allen Dingen an Techniken wie den Induktionsherden. Hier tut sich gerade sehr viel auf dem Markt. So stehen Systeme von Schott Ceran in den Startlöchern, welche nun visuell unter dem Stichwort FUSICS Feedback zum aktuellen Garvorgang geben können. Speziell zur IFA gab es dazu im eWerk in Berlin eine sehr aufwendige Vorstellung, welche einen Blick auf die zukünftigen Herde anbot.

FUSICS

FUSICS von SCHOTT Ceran

Kochen auf dem Induktionsherd hat die Art des Kochens in der Gastronomie und auch zuhause in den letzten Jahren komplett verändert. Diese Technik ist enorm zeitsparend, auf Wunsch sehr kraftvoll, effizient und mit dem Fortschritt und Kopplung immer vielseitiger anwendbar.

Ich kann mich noch an meine ersten Gehversuche auf dem neuen Induktionsherd erinnern. Die ersten zehn Gerichte sind mir allesamt angebrannt. Es bedarf schon ein wenig Umstellung, wenn hier die volle Power zum Einsatz kommt. Denn im Gegensatz zum normalen E-Herd wird die Energie sehr schnell über das Kochgeschirr ans Gargut übertragen.

Hier entsteht ein enorm hohes Maß an Zeitersparnis. Hat man sich an diese sehr direkte Art des Kochens gewöhnt, fällt es einem richtig leicht, darauf zu kochen, da zum Beispiel Bratvorgänge viel besser von der Hand gehen.

Bei einem konventionellen Herd hat man oft das Problem, dass beim Braten von größeren Fleischstücken, die Pfanne sehr stark beim Einlegen des Gargutes herunter kühlt. Nicht selten wird dabei der Bratvorgang fast schon unterbrochen. Dabei tritt dann nicht die gewünschte Maillardreaktion ein, bei der die Fleischhülle verkrustet, sich bräunt und so vor dem Auslaufen von Flüssigkeiten schützt. Die Folge ist, dass das Fleisch eher gekocht und nicht gebraten wird und somit das Steak beispielsweise innen eher trocken wird und schließlich auch nicht die Röstaromen entwickeln kann.

Ein Induktionsherd kann aufgrund der direkten Hitzeübertragung dem entgegenwirken. Natürlich kühlt sich auch hier die Pfanne herunter, doch kann die direkte Hitzeübertragung dem viel besser und schneller entgegenwirken, so dass man solche Probleme beim Braten wohl nicht kennt. Probiert es aus, es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Feedback durch Licht und Farben

Neben der effektiveren Energieübertragung der Induktionsherde gegenüber dem konventionellen Elektroherdsystemen oder auch den Gasherden gibt es einen weiteren großen Unterschied.

Kocht man mit einem Gasherd, weiß man recht genau, inwiefern dieser gerade an oder aus ist. Die sichtbare Flamme gibt eine sehr gute Auskunft darüber, wie stark gerade der Herd eingestellt ist. Ebenso hat man bei dem Elektroherd die Möglichkeit über die abstrahlende Hitze zu erfahren, inwiefern gerade wo gekocht wird.

Aufgrund der Technik der Induktion bleibt die Kochfläche unter dem Topf kühl. Die Glasfläche wird nur sekundär durch den Kontakt mit dem Bratgeschirr erwärmt. Somit gibt der Herd rein hitzetechnisch nur wenig Feedback. Auch optisch schaut man vorwiegend nur auf eine zumeist schwarze Glasplatte, welche neben den Einstellungen als digitale Anzeige nur wenig Feedback darüber geben, was auf dem Herd gerade passiert. Das ändert sich nun, jedenfalls bei Schott Ceran.

Wikipedia vom 8.9.2018 über Induktion

Ein Induktionskochfeld ist ein Kochfeld, bei dem das metallische Kochgeschirr durch induktiv erzeugte Wirbelströme sowie Ummagnetisierungsverluste erwärmt wird. Die Leistung wird in Form eines magnetischen Wechselfeldes durch eine isolierende, kalte Platte (meist Glaskeramik) hindurch in den Boden des Kochgeschirrs (Eisenlegierung) übertragen und dort aufgrund von induzierten Wirbelströmen und Ummagnetisierungsverlusten in Wärme umgewandelt. Da keine Kochplatte – wie beim konventionellen Elektroherd – erhitzt werden muss, um erst von ihr die Wärme in den Topfboden zu leiten, ist die Effizienz des Induktionsverfahrens bei kurzen Koch- und Bratvorgängen höher.

Glaskeramik mit einer neuen Funktion

Man hat bei Schott CERAN verschiedenste Konzepte entwickelt, um dem Hobbykoch am heimischen Herd die Möglichkeit zu geben, die Garvorgänge visualisiert zu bekommen. Sechs unterschiedliche Modelle wurden uns anlässlich der IFA in einem separatem Showroom im eWerk in Berlin vorgestellt. Sie sind allesamt kurz vor der Einführung und stehen in den Startlöchern, ausgerollt zu werden.

Mit farbigen Displays ist es nun machbar, dass zum Beispiel die benutzten Herdplatten beleuchtet werden können. Diese Farben sind dabei individualisierter. So kann Fleisch zum Beispiel auf einer roten, Gemüse auf einer grünen und Sättigungsbeilagen auf einer gelben Platte eingerichtet werden. Dabei ist man in den Einstellungen recht flexibel.

Das Justieren der einzelnen Prozesse ist dabei viel komfortabler und intuitiver geworden. Die immer besser auflösenden Displays sind in der Lage, mehr Informationen knickscharf abzubilden. Das wird in Zukunft dazu führen, dass begleitende Anleitungs- Videos auf diesen Bildschirmen eingeblendet werden können. So weit ist dieser Schritt nicht mehr entfernt.

FUSICS

Mehr Flexibilität und Sicherheit

Die Herde können somit gut anzeigen, welche Flächen gerade mit Hitze bespielt werden. Das funktioniert ebenfalls bei großflächigen Konzepten, welche es ermöglichen, dass man den Topf zum Beispiel während des Garvorgangs frei über das Ceranfeld ziehen kann. Die Sensoren erkennen dann automatisch welcher Topf sich gerade auf dem Herd bewegt und verlegen den Ort der aktiven Induktionsspulen zu dem Punkt, wo der Topf am Ende hingeschoben wird.

Dabei wird dann dieser Platz dann umrissen von den umgebenden Lichtelementen, so dass der Nutzer das bisher ausgebliebene Feedback erhält und sicher sein kann, dass der Garprozess nicht unterbrochen wird.

Im Wesentlichen ist das eine sehr gute Funktion, welche einem bei der neuen Flexibilität zudem noch ein weiteres wichtiges Signal Sicherheit gibt.

FUSICS

Internet of things

Die Herde können somit gut anzeigen, welche Flächen gerade mit Hitze bespielt werden. Das funktioniert ebenfalls bei großflächigen Konzepten, welche es ermöglichen, dass man den Topf zum Beispiel während des Garvorgangs frei über das Ceranfeld ziehen kann. Die Sensoren erkennen dann automatisch welcher Topf sich gerade auf dem Herd bewegt und verlegen den Ort der aktiven Induktionsspulen zu dem Punkt, wo der Topf am Ende hingeschoben wird.

Dabei wird dann dieser Platz dann umrissen von den umgebenden Lichtelementen, so dass der Nutzer das bisher ausgebliebene Feedback erhält und sicher sein kann, dass der Garprozess nicht unterbrochen wird.

Im Wesentlichen ist das eine sehr gute Funktion, welche einem bei der neuen Flexibilität zudem noch ein weiteres wichtiges Signal Sicherheit gibt.

Auch sind Öfen oder Kühlschränke mit Kameras ausgestattet, die es ermöglichen, aus der Ferne heraus den Inhalt zu überprüfen. Beim Ofen kann man so prüfen, ob denn alles mit rechten Dingen zugeht, beim Kühlschrank, ob man denn noch Milch bestellen muss. Im Zweifelsfall wird die Milch dann gleich vom Kühlschrank selbst geordert. Das ist längst keine Zukunftstechnologie mehr und bald vielleicht schon Alltag.

So lässt sich der Alltag viel effizienter und komfortabler gestalten, wenn man es denn möchte. Mit Dingen, welche den Datenschutz in irgendeiner Art und Weise tangieren, tut sich der Deutsche nämlich grundsätzlich sehr schwer. Infolgedessen werden solche Technologien hier nur verzögert im Markt durchgedrückt. Aber alles ist am Ende nur eine Frage der Zeit.

FUSICS
FUSICS

Induktionstechnik ermöglicht mehr Schnittstellen – FUSICS

Einen Schritt in die Richtung, das Konzept „Internet of things“ auf die Spitze zu treiben, hat Schott CERAN nun mit seinem „FUSICS“- Modell gezeigt. In einer gesonderten Ausstellungsfläche wurde ein hochmoderner Küchentisch mit einer Fläche, welche komplett mit Glas bedeckt war, aufgebaut.

Dieser Tisch ist eine konsequente Umgestaltung der Küche. Er vereint eine Arbeitsfläche, Kochfläche und den finalen Esstisch in einem Konzept. Der Tisch kann dabei von allen Seiten erreicht und genutzt werden. Vier Kochbegeisterte haben hier Platz, um sich an der Arbeitsfläche per Wisch- und Touchgesten das Rezept der Wahl am riesigen Touchscreen aus der Bibliothek herauszusuchen. Bei einigen sind sogar Videos hinterlegt, die ebenfalls live angeschaut werden können.

Jeder Bildschirm kann zu einer beliebigen Stelle gezogen und auch vergrößert werden. So könnten hier mehrere Personen verschiedene Gerichte an einer Stelle zubereiten und sich dabei in entspannter Atmosphäre unterhalten.

Ist das Gemüse geschnitzt und das Fleisch vorbereitet, so geht es dann weiter zum zentralen Ort des Geschehens. Ein mittig angeordneter Induktionsherd kann ebenfalls von beiden Seiten bedient werden und besitzt Lichttechnologie, welche Feedback zum Garprozess geben kann.

Das finale Dinner wird dann an der sich am Ende befindenden Tafel eingenommen. So gibt es einen Tisch für alles. Diese Version des Prototypen ist auf dem Markt nicht erhältlich und tourt gerade durch die verschiedenen Städte, in denen Elektronikmessen stattfinden. Würde man es kaufen wollen, was wie bereits erwähnt nicht möglich ist, käme man auf den stolzen Betrag von ca. 17.000 €.

Am Ende des Tages

Im Großen und Ganzen halte ich die Entwicklung der Induktionstechnik für sehr interessant und mit dem Ansatz, Licht als Feedbacktechnologie einzubauen, ebenfalls für sehr sinnvoll.

Es ist unglaublich, wie rasant sich die Weiterentwicklung vollzieht. Man darf aber bei all der Digitalisierung nicht vergessen, dass es bedeutend ist, nicht nur Ressourcen bei der Produktion und später auch Wiederverwertung zu sparen sondern es immer wichtiger erscheint, dass wir am Ende auch wirklich Energie sparen.

Ich habe derzeit das Gefühl, dass durch den vermehrten Verbrauch und die Zunahme von Geräten, welche im Haushalt Strom verbrauchen bzw. digitalisiert und am Ende mit dem Internet bzw. dem Handy gekoppelt werden, der Verbrauch von Strom sich signifikant erhöht. Zwar sind die jeweiligen Tools für sich effizienter denn je, unterm Strich darf aber die Summe aller nicht mehr Strom verbrauchen als wir es jetzt schon tun. Das sollte meiner Meinung nach nicht außer Acht gelassen werden und gehört für mich mit zu den wichtigsten Aufgaben der Unternehmen bei der künftigen Produktentwicklung gleich welcher Art.

FUSICS
Credits für die Photos: Saskia Bauermeister

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Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

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