Poké Bowl

Wenn es ein Gericht in den letzten Jahren geschafft hat, sich in die Herzen der Bürger zu spielen, dann ist es die Poké Bowl. Sie ist ein hawaiianisches Gericht und derer Wurzeln liegen in der japanischen Küche. Einfacher kann man sich kaum gesund ernähren und vor allen Dingen bietet dieses Konzept der Poké Bowl die Möglichkeit, sich einen Lunch auf höchst fixe Art zuzubereiten.

Poké Bowl

Poké Bowl – Diagonal in Stücken geschnitten

Das genau heißt eigentlich “poke”. Und man kocht es ursprünglich mit rohem Fisch, der zusammen mit Reis, Dressing und Gemüse serviert wird. Entstanden ist dieses in der hawaiianischen Küche zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals gab es viele Japaner, welche dort auf Zucker- oder Ananasplantagen arbeiteten. Es immigrierten derart viele Japaner dorthin, so dass in den 20-er Jahren rund 40 % der Bevölkerung japanischer Herkunft waren. Heute hat sich der Anteil wieder auf 17 % reduziert. So war es wenig verwunderlich, dass sich die japanischen Essgewohnheiten in der hawaiianischen Küche manifestieren mussten. Die Poké Bowl ist ein fantastisches Beispiel dafür.

Poké Bowl

Der gemeinsame Nenner – beide Völker lieben rohen Fisch

Die ursprüngliche Zubereitung dieser ist verblüffend simpel. Man würfelte Thunfisch und gab etwas hawaiianisches Salz und gehackte Kemirinuss sowie frische Algen hinzu. Auf Reis oder weitere Zutaten verzichtete man damals noch, schließlich war es eher eine ungeordnete Version des sehr traditionellen japanischen Sashimi.

Der Namensteil Bowl stammt logischerweise von der Anrichteform, man richtet diese Speise stets in Schüsseln an. Japaner haben sowieso mehr Schalen als flache Teller in ihren Haushalten.

Der große Vorteil der “Poké Bowl” ist, dass man sie so vielseitig zusammenstellen kann, dass Grenzen kaum vorgesehen sind. Die einzige Hauptzutat ist roher Fisch. Ebenfalls ist die Qualität oberstes Prinzip. Da sollte man wenig Kompromisse eingehen. Man kann ihn entweder mariniert, roh oder angebraten anrichten. Wichtig ist wiederum bei allem, die Bowl frisch und am besten sofort zu genießen. Bei der Getränkewahl kann man ebenfalls wenig Fehler machen. Da gibt es wenig No-Go’s.

Entgegen vieler anderer (Edel-)”Fast Food” Speisen ist dies ein Klassiker, den man auch heute noch an vielen Ecken in Hawaii erwerben kann. Teilweise bieten gar Tankstellen ihre eigenen Poké Bowls an.

Poké Bowl

Wie ist eine Poké Bowl heute zusammengesetzt?

Ich mag die Poké Bowl am liebsten mit Naturreis, welcher lauwarm die Basis für alles Weitere bildet. Darauf gebe ich bereits ein sehr essentielles Element, die pikante Sauce bzw. Mayonnaise. Sie bildet die geschmackliche Grundlage ab, in der später der Rest gelenkt wird. Wer das nötige Kleingeld hat, nutzt darauf einen Thunfisch, am besten in Sashimi Qualität. Der sollte ebenfalls mariniert werden. Asiatische Noten wie zum Beispiel eine Teriyaki Sauce oder Ponzusauce können da eine spannende Harmonie herleiten. Geschnittenes Gemüse- oder Obstsorten, die gerne auch vitaminhaltig und erfrischend sein dürfen, gehören heute ebenso zu den gern gesehenen Bowls. Das sind zum Beispiel Edamame, Spinat, Avocado, Mango oder etwa auch Kaiserschoten denkbar. Ihr seht, Eurer Fantasie sind da im Prinzip keine Grenzen gesetzt.

Poké Bowl

Pure Fusion in the Bowl

Darum eignet sich dieses Konzept unheimlich gut für das Konzept der Fusion Küche. Bei dieser stelle ich gerne Versionen aus unterschiedlichen Regionen und Kochen zusammen. Wie auch bei meiner Poké Bowl mit geröstetem Pulpo, Artischocken à la Barigoule, getrocknete Tomate, Onsen-Ei und einer Frankfurter Kräutersauce.

So verbinde ich die klassische Frankfurter Sauce, welche in sich bereits Ei trägt mit dem japanischen Onsen Ei, der wohl besten Zubereitungsart, welchem man einem Ei zukommen lassen kann.

In sich ist dies eine mediterrane Bowl mit japanischen und deutschen Einflüssen. Fusion at it’s best!

Poké Bowl

Fusion Küche - It's all in the mix.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fusionsküche

... Als Fusionsküche wird die Kombination unterschiedlicher Esskulturen und Kochkünste sowie die Vermischung klassischer Regional- und Nationalküchen verstanden. Als Fusionsküche wurde ursprünglich die Kombination landestypischer Zutaten aus verschiedenen Regionen, beispielsweise aus Asien und Europa, bezeichnet. Mittlerweile wird die Bezeichnung auch für die Verarbeitung von scheinbar nicht zusammen passenden Zutaten in einem Gericht verwendet.

Die Fusionsküche gilt als Küche im Zeitalter der Globalisierung. ...

... Der Begriff fusion cuisine, auch fusion cooking, entwickelte sich in den USA der 1980er Jahre aus der California Cuisine und steht für die Fusion regionaler Küchen im Sinne von „Verschmelzung“ oder „Kombination“`{`1`}`, insbesondere von klassischen Gerichten, die für ein Land oder eine Region als typisch gelten und mit ungewöhnlichen Zutaten aus anderen Regionen zusammengebracht werden.

Der österreichische Koch Wolfgang Puck soll einer der Köche sein, die den Begriff in Europa um das Jahr 2009 populär gemacht haben. ...

Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

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