Döner Deluxe

Überall sind die Restaurants geschlossen, die Straßen wie leergefegt. Die Berliner haben ihre Stadt wieder. Wer sich jetzt nach einem unkomplizierten Gang zum Imbiss nebenan sehnt, wird sich noch ein wenig gedulden müssen. Darum ist nun ein gut ausgesuchter Vorrat an Lebensmitteln der besonderen Art von Nöten, wenn man diesen Döner Deluxe zubereiten möchte. Denn dieser Deluxe Döner besteht aus Bulgogi Beef, ausgebrochenem Hummerschwanz, Pitabrot, Rotkohl und Pomelo. Ich hoffe, Du hast alles davon im Kühlschrank. Ansonsten wird es schwer, das alles gerade jetzt zu besorgen.

Döner Deluxe

Surf and Turf becomes Döner Deluxe

Wenn es wieder mal ein wenig mehr sein soll, ist es gerade zu Hause des öfteren die große Challenge, mit einfachen Dingen zu begeistern. Zu oft wird man da vor die Zwangslage gestellt, etwas Unvergessliches zu zaubern. Deswegen bin ich heute einfach mal dafür, die große Keule auszupacken. Hauen wir für dieses Rezept mal alle Luxusgüter raus, ohne Rücksicht auf Verluste.

Döner Deluxe

Mit dem Döner Kontraste setzen

Und da ich so gerne Kontraste setze, wird es heute Luxusprodukte zusammen mit eher bodenständigen Lebensmitteln in Form eines Dönertellers geben. Döner scheint in Berlin seit mehr als einem Jahr sowieso als eine Art Wiedergeburt zurückgekehrt zu sein. Dieses bekannte Gericht aus der türkischen Küche, welches einem Gyros ähnelt, hat in den letzten Monaten viel Hype erlebt. Läden wie “Kebab for Attitude“, “Doyum“, “Pamfilya“, “Mustafas“, “Rüya“, oder auch “Tadim” sorgten bis zur Quarantäne und der zwanghaften Schließung für ein Revival des schon leicht angestaubten Images. Sogar bis nach München hat es eine Filiale von “Mustafa”, dessen Döner in Berlin eigentlich nur Touristen kaufen, geschafft. Unvergessen die an Alete angelehnte PR- Kampagne, bei der die Mitarbeiter Karotten aus einem Getreidefeld ernten.

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Das gebackene Brot mit Gemüse- und Fleischfüllung namens Döner ist unbestritten das Nummer 1 Fast Food der Hauptstadt. Also schon deswegen ein absolutes “Must try” für jeden Besucher und für jeden Einheimischen vermutlich ein einmaliger Snack im Jahr, der dann aber vermutlich nach einer durchzechten Nacht morgens um vier Uhr eingenommen wird. Wie sonst auch?

Der Döner spaltet zudem wie kaum ein zweites Essen. Keiner gibt zu, es zu essen, dennoch lieben wir den Genuss eines solchen Leckerbissens immer dann, wenn wir wieder mal zu tief ins Glas geschaut haben. Fast Food wie dieses vereint so viele Dinge auf einmal. Er ist schnell bestellt und noch schneller zubereitet und macht einfach satt. Er ist scheinbar erschwinglich. Ein schneller Döner ist einfach an jeder Ecke in Berlin zu haben. Neben der Currywurst gibt es kein zweites Essen, was Du so häufig käuflich erwerben kannst. Die besten Dönerläden der Stadt habe ich oben genannt. Schaut gefälligst bei denen zuerst vorbei.

Döner Deluxe

Der Döner ist eine Art moderne Variante des türkisch gegrillten Kebabs. Vermutlich wurde er von türkischen Einwanderern nach dem zweiten Weltkrieg nach Berlin gebracht bzw. sogar hier entwickelt. Seine Hochzeit hatte er in den 60-er Jahren.

Ursprünglich bereitete man den Döner mit Hammel- oder Lammfleisch zu. In der heutigen Zeit ist zumindest außerhalb der Türkei auch Kalb- Rindfleisch und Geflügel mit im Spiel.

Für diese Version bin ich mit den Zutaten sehr verspielt zugange. So soll es eine Surf & Turf Variante mit Rindfleisch und Hummer sein.

Aber das Rindfleisch wird nicht einfach angebraten sondern, wie es sich für einen gescheiten Döner gehört, eingelegt. In dieser Variante mit einer Bulgogi- Marinade. Diese stammt aus der koreanischen Küche und ist recht pikant-scharf. Der Hummer wird normal gekocht, ausgelöst und später temperiert.

Aus den Karkassen des Hummers wird noch Hummeröl produziert, welches wir dann später für eine Hummermayonnaise nutzen. Aus Trüffel habe ich für das Gericht noch eine Trüffelcreme zubereitet. Zudem gibt es klassische Beilagen wie Rotkohl und Zwiebel in säuerlich eingelegter Form. Für die Frische sorgt gezupfte Pomelo.

Da ich ein großer Fan von Texturen bin, gibt es on top noch knusprige Krabbenchips und etwas frittierten Curly Kale. Ein knusprig ausgebackenes Pitabrot sorgt für die teigige Beilage und fertig ist der Lack. Der Döner Deluxe kann probiert werden.

Döner Deluxe

Was macht einen guten Döner aus?

Rezeptesammlung für den Döner Deluxe mit Bulgogi Beef, Hummerschere & -mayonnaise, eingelegtem Rotkohl und Zwiebel, Pomelo und Pitabrot

unbekannt

Ein Döner hat ca. 700 Kalorien. Wenn man aber das abzieht, was beim Essen rausfällt, sind es nur noch ca. 130. Quasi Diätkost.

Döner Deluxe

Bulgogi Beef

Zutaten

  • 300 g Rinderfilet, in 3 cm breite Streifen geschnitten
  • 100 ml Sojasauce
  • 1 El Rohrzucker
  • 2 Tl Sesamöl, geröstet
  • 2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 25 g Ingwer, geschält und fein gehackt
  • 3 El Sesamsaat, geröstet

Zubereitung 

  1. Sojasauce, Zucker, Sesamöl, die weißen Teile der Frühlingszwiebel, Knoblauch, Ingwer und 2 Esslöffel Sesamsaat in einer Schüssel verrühren bis der Zucker aufgelöst ist
  2. Das geschnittene Rindfleisch in diese Marinade geben und für zehn Minuten einlegen
  3. Etwas Pflanzenöl in einer bereits heißen Pfanne erhitzen
  4. Das Fleisch aus der Marinade nehmen und auf einem Stück Küchenpapier trocknen
  5. Das Fleisch in der heißen Pfanne von allen Seiten anbraten und wieder aus der Pfanne herausnehmen

Hummerschwanz ausgelöst

Zutaten

  • 1 Hummer
  • 1 l Rapsöl

Zubereitung 

  1. Einen Topf mit Wasser aufstellen und aufkochen, aufpassen, dass dabei der Topf ausreichend groß für den Hummer ist
  2. Ein ca. 600 g schweres Tier wird in das kochende Wasser mit dem Kopf zuerst hineingegeben
  3. Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und den Hummer für 5:30 Minuten ziehen lassen
  4. In der Zwischenzeit ein Eiswasser vorbereiten, um den Hummer darin abzuschrecken
  5. Wenn die Zeit vorbei ist, den Hummer mit einer Schaumkelle herausnehmen und im Eiswasser abschrecken
  6. Die Hummerscheren samt Gelenke vom Körper abdrehen und für eine weitere Minute im heißen Wasser ziehen lassen
  7. Nach der weiteren Minute die Scheren ebenfalls abschrecken
  8. Den Hummer aus dem Wasser herausnehmen, den Schwanz abdrehen, den Inhalt des Torsos herausnehmen und mit klarem Wasser abspülen und beiseite legen
  9. Die scheren mit einer Schere oder einem Messer aufbrechen und das Scherenfleisch herausnehmen, danach das Schwert herausschneiden oder -ziehen
  10. Den Hummerschwanz entweder ringsum vom Panzer lösen oder einmal längs mit einem großen Kochmesser halbieren und den Schwanz herausnehmen
  11. Den Darm mit einem Officemesser herausziehen
  12. Die Gelenke mit einer Schere aufschneiden und auslösen
  13. Das gesammelte Hummerfleisch beiseite stellen und für später abdecken
  14. Die Karkassen abspülen und abschütten
  15. In einem breiten Topf Rapsöl erhitzen und darin dir Karkassen anbraten bis sie von allen Seiten Farbe genommen haben
  16. Mit ca. 500 bis 750 g Rapsöl aufgießen und auf kleinster Stufe auf dem Herd ziehen lassen
  17. Nach zwei Stunden das Öl durch ein Tuch oder ein feines Sieb passieren
  18. Die Karkassen wegwerfen
  19. Aus dem Öl kann nun Mayonnaise hergestellt werden
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Hummermayonnaise

Zutaten

  • 1 Eigelb
  • 10 g Zitronensaft
  • 1 EL Senf, mittelscharf
  • 300 g Hummeröl
  • etwas Gemüsefond oder Wasser
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung 

  1. Das Eigelb mit dem Zitronensaft und dem Senf in eine Schale geben
  2. Mit einem Schneebesen zu einer homogenen Masse verrühren
  3. Nun langsam und in einem dünnen Strahl das Hummeröl einfließen lassen, dabei stets und ständig mit dem Schneebesen das Öl mit dem Rest emulgieren und zu einer Mayonnaise hochziehen
  4. Sollte die Mayonnaise zu fest sein, etwas Gemüsefond verdünnen
  5. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Trüffelmayonnaise

Zutaten

  • 1 Eigelb
  • 10 g Zitronensaft
  • 1 EL Senf, mittelscharf
  • 50 g Trüffelsauce
  • 250 g Rapsöl
  • etwas Gemüsefond oder Wasser
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung 

  1. Das Eigelb mit dem Zitronensaft und dem Senf in eine Schale geben
  2. Mit einem Schneebesen zu einer homogenen Masse verrühren
  3. Nun langsam und in einem dünnen Strahl das Rapsöl einfließen lassen, dabei stets und ständig mit dem Schneebesen das Öl mit dem Rest emulgieren und zu einer Mayonnaise hochziehen
  4. Die Trüffelsauce langsam einrühren und ebenfalls zu einer glatten Creme verarbeiten
  5. Sollte die Mayonnaise zu fest sein, etwas Gemüsefond verdünnen
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Eingelegter Rotkohl

Zutaten

  • 1/2 Rotkohlkopf, dünn aufgeschnitten
  • 1500 g Wasser
  • 500 g Essig 5 %
  • 500 g Zucker
  • Lorbeer, Piment, Senfsaat, Petersilienstengel

Zubereitung 

  1. Den Rotkohl in eine Schale geben
  2. Alle restlichen Zutaten miteinander aufkochen
  3. Über den Rotkohl passieren und auskühlen lassen
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Eingelegte Zwiebeln

Zutaten

  • 500 g Rote Zwiebeln, in dünne Streifen geschnitten
  • 1500 g Wasser
  • 500 g Essig 5 %
  • 500 g Zucker
  • Lorbeer, Piment, Senfsaat, Petersilienstengel

Zubereitung 

  1. Die Zwiebeln in eine Schale geben
  2. Alle restlichen Zutaten miteinander aufkochen
  3. Über die Zwiebeln passieren und auskühlen lassen

Anrichten für eine Portion

Zutaten

  • 1 halben Hummerschwanz
  • ca. 60 g gebratenes Bulgogi Beef
  • 20 g Curly Kale
  • 30 g eingelegter Rotkohl
  • 30 g eingelegte Zwiebel
  • 2 EL Hummermayonnaise
  • 2 EL Trüffelmayonnaise
  • 20 g Pomelo rosé gezupft
  • 1 Pitabrot, live gebacken
  • 2 Stück Krabbenchips

Zubereitung 

  1. Zuerst das Bulgogi Beef auf dem Teller oder dem Tablett anrichten
  2. Darauf den eingelegten Rotkohl ohne Fond geben
  3. Darauf die Zwiebeln ohne Fond geben
  4. Ein paar Stücken der Pomelo anrichten
  5. Darauf den warmen Hummerschwanz anrichten
  6. Darauf die Trüffelmayonnaise sprenkeln
  7. Die Hummermayonnaise in die Freiräume dressieren
  8. Den Curly Kale darüber streuen
  9. Die Krabbenchips ein wenig anbrechen und anrichten
  10. Das heiße Pitabrot daneben legen
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Was für und was gegen Fast Food spricht

Spätestens seit den unzähligen Dokumentationen über das Fast Food fühle ich mich fast schon genötigt, darauf hinzuweisen, welche Vorteile und ebenso Nachteile Fast Food haben kann, wenn Du es nicht selbst machst, sondern an der nächsten Ecke kaufst. Ganz sicher kann man da sehr schnell übertreiben und sich in Rage schreiben aber wie bei so vielen anderen Dingen gilt für mich beim Fast Food die Devise:”Die Dosis macht das Gift”. Darum empfehle ich Euch, sich die Vor- aber auch Nachteile mal vor Augen zu führen. Gerade die Contra- Liste hat so einige Punkte, die der ein oder andere vermutlich so überhaupt nicht auf dem Schirm hat.

    • Zeit: Der Name ist schon Programm. Du musst nur wenige Minuten warten und Du erhältst das Essen Deiner Wahl. Fast Food ist also ein Essen für eine kurze Mittagspause oder schnell mal zwischendurch.
    • Schnelle Nährstoffe: Die Inhaltsstoffe im Fast Food sind für unseren Körper schnell verfügbar. Besonders die enthaltenen Eiweiße, was bei Sportlern wichtig ist.
    • Geschmack: Dem Großteil dürfte Fast Food einfach gut schmecken, was dazu führt, dass man immer wieder schwach wird.
    • Kein Abwasch: Fast Food macht keinen Abwasch, den man hinterher aufwendig spülen muss.
    • Keine Reservierung oder Planung notwendig: Für Deinen Snack am Imbiss musst Du in der Regel keinen Tisch reservieren oder großartige Planungen leisten, sondern einfach nur vorbeikommen.
    • Vielerorts verfügbar: Wer sich dem Fast Food hingeben möchte, muss nicht lange das Smartphone bemühen sondern sich eigentlich nur auf den Weg machen. Der nächste Dönerladen kommt bestimmt.

    • Ziemlich oft ungesund: Fast Food ist oft zu fettig, voll von Geschmacksverstärkern und enthält zu viel Kalorien. Bestimmte Fette machen nicht nur dick sondern auch krank.
    • Macht häufig nicht nachhaltig satt: Weil im Fast Food komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe fehlen, verhindert dies ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl. Der Hunger wird rasch zurückkehren.
    • Zu viel Salz: Vor allen Dingen im Fast Food steckt eine Menge Salz. Wer zu viel davon konsumiert, lebt ungesund. Die Folge kann Bluthochdruck und ein daraus resultierender Schlaganfall sein.
    • Food Koma: Fast Food kann im wahrsten Sinne des Wortes dumm machen. Es beeinträchtigt die Denkleistung.
    • Bedenkliche Lebensmittelqualität: Die Betreiber der Fast Food Ketten und Imbissbuden haben zuerst natürlich den primären Antrieb, Geld zu verdienen. Will heißen, nicht überall kann man die beste Qualität beim Fleisch oder Bio-Ware beim Gemüse erwarten. Billigfleisch, dass eventuell voll von Antibiotika ist, wird immer noch zu oft verkauft.
    • Teuer: Der Preis beim Fast Food ist oft trügerisch. Nur auf den ersten Blick wirkt er günstig. Macht einfach einmal die Probe aufs Exempel und kauft Euch die Produkte selbst und bereitet Euer Fast Food einmal Zuhause zu. Aus den entstandenen Kosten für eine Mahlzeit könnt Ihr so locker 5 Portionen zubereiten. Eine Currywurst mit Pommes ist beispielsweise gemessen an ihrem Wareneinsatz und einem Verkaufspreis von ca. 5 € einfach ein kostspieliges Unterfangen.
    • Umweltbelastung: Fast Food kommt in der Regel in viel Verpackung an den Mann oder die Frau. Außerdem kommen die Lebensmittel normalerweise über lange Transportwege zu uns.

Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 8 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an.

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