Titelbild

The Restaurant: Das Kochbuch

89,90 €
9.2

Inhalt & Thema

9.3/10

Funktionalität

9.3/10

Fotografie

9.3/10

Design

8.6/10

Haptik

9.3/10

Pros

  • Tolle Rezepte der modernen Küche Heiko Nieders
  • Fotografie
  • großer Umfang

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Struktur & Inhalt

Der Aufbau des Kochbuchs gliedert sich in die vier unterschiedlichen Jahreszeiten. Jedes einzelne Kapitel birgt Rezepte für Apéros, Amuse-Bouches und den nachfolgende Menüs mit vielen Gängen.

So startet der Frühling mit einer kleinen Snackorgie von Pekannuss, Rettich, Kräuter-Frischkäsesandwich, Silberohrpilze, Pommes-Soufflé, “Rancho”-Tütchen und Litschi. Es wird sofort klar, dass hier ein extrem präziser Koch am Werke ist, der sich durch eher komplexe, vielschichtige Gerichte auszeichnet.

Hummer wird daraufhin mit Erdbeersalat, Rote Bete und Estragonschaum inszeniert. Er stellt selbst kurz danach die Frage, wie man aus einem bewährten Klassiker etwas macht, was vertraut schmeckt und gleichzeitig eine überraschende Idee innewohnt. Heiko Nieder liefert gleichzeitig die Antwort, in dem er eine Version vom “Weißen Spargel” feilbietet.

Sein Spargel transformiert er in eine Art 2mm dicke Spargel-Spaghetti und richtet dieses im Ring angerichtete Edelgemüse zusammen mit einem Spargelschaum, frischem Brunnenkresseöl, einer Spargel- Eigelbsauce und Texturen von Walnuss an. Gekrönt wird dieser Reigen mit einem edlen Imperial Kaviar.

Matthaes Verag
Matthaes Verag
Matthaes Verag

Auch ein asiatischer Dreiklang von Süße, Säure und Schärfe, den wir sonst von Tim Raue her kennen, findet sich in diesem Buch. Er folgt dem Spargel auf dem Fuße und stellt sich in Form eines Chinakohls mit Kimchi, Ingwer und Rhabarber dar.

Das Foto dafür wurde recht mutig auf knallrotem Untergrund abgelichtet. Man sieht, Heiko Nieder hält auch bei Foodpairings nicht zurück und geht mutige Kombinationen ein. Auf diese Weise bildet er hier und da sehr interessante Geschmacksakkorde ab.

Design & Haptik

Das Design wirkt aufgeräumt und spielt mit vielen Weißflächen. Die Schriftauswahl reicht von einer eher etablierten Schrift bis hin zu serifenlosen, modernen Fonts. Dabei lässt man selbst zwischen den Buchstaben viel Freiraum, was nicht so hundertprozentig mein Geschmack ist. In sich ist das Design konsistent und gefällt.

Das Buch ist extrem hochwertig eingeschlagen und auf exzellentem Papier gedruckt, so dass die Bilder vom Fotografen ihre volle Wirkung entfalten können.

Fine Dining

Fotografie

Die Foodfotografie ist im modernen Sprech ausgedrückt enorm crispy. Auf den Punkt scharf und in der Entwicklung von den Farben und Kontrasten knackig und lebhaft. Es entsteht ein natürlicher Eindruck und macht einen enormen Spaß die Bilder anzuschauen. Der Fotograf Fabian Häfeli hat sich hier wahrlich große Mühe gegeben und ähnlich wie der Spitzenkoch enorm präzise gearbeitet.

Ich kann sichtlich erkennen, wie er bei einigen Gerichten ganz besondere Motive nutzt, um die Speisen ins rechte Licht zu rücken. Das Einzige, wovon ich noch nie ein Fan war, ist das Anrichten von Gerichten auf belichteten oder spiegelnden Platten. Das ist mir ein Stück zu weit von der Realität entfernt.

Die Bilder aus dem Service-Alltag sind teils in Farbe und teils schwarzweiss abgebildet. Sie fügen sich nahtlos in die qualitativ superbe Foodfotografie ein. Ein angenehmes Bildrauschen sorgt für einen authentisch analogen Look.

Foodpairing
Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 10 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an. Als vermutlich Deutschlands einziger Küchenchef produziert er regelmäßig seinen eigenen Blog.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Marked fields are required.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.