Die Inspirationsquelle

Bei der alltäglichen Nahrungsbeschaffung im Supermarkt ist das hin und wieder eine eher eingefahrene Sache. Man erwischt sich zunehmend dabei, immer wieder für die gleichen Gerichte Ware einzukaufen. In einigen Berliner REWE- Märkten steht seit kurzem für diese Fälle ein sogenannter Inspirationsmacher bereit, der mit verschiedenen Eingebungen kulinarischer Art aufwartet. Meine Aufgabe war es nun, solch einen Automaten zu testen. Mir als Profi sollte das natürlich nicht allzu schwer fallen, möchte man meinen.

rewe-hungrigaufneues-BerlinerSpeisemeisterei-Inspirationsmaschine_1 - 09. Dezember 2013 - 001
“Hungrig auf Neues”

So drückte ich den Knopf und heraus kam diese Karte. Man meinte es wohl besonders gut mit mir, denn ich sollte also die Dinge zu einem kreativen Gericht verarbeiten, welche man anderen beim Versagen an den Kopf wirft, na wunderbar!

“Die Herausforderung”

Stark irritiert statt inspiriert ging es gleich mit dem Einkauf weiter. Zwei Artikel fielen mir sofort ein und mussten obligatorischer Weise in den Korb gelangen. Die Wahl fiel natürlich auf Eier und Tomaten, die wohl beliebtesten Hilfsmittel bei solchen Anlässen. Auch möchte ich meinen, dass bei einigen ganz speziellen Dilettanten gerne auch mal der ein oder andere Salat an den Kopf flog, so dass ich mich entschloss, Feldsalat mit einzupacken. Eine Kugel Büffelmozzarella durfte es auch noch sein.

Berliner Speisemeisterei - Heute esse ich mal nur Dinge die bei schlechten Auftritten geworfen werden - 003 (1 von 16)
“Wurfgeschosse”

Hat man sich erst einmal in ein Thema hineingesteigert, kommen einem sehr schnell verwertbare Ideen. So viele, dass ich mich nicht mit nur einem Gericht abgeben wollte, es durfte meiner Meinung nach auch gerne noch ein kleiner süßer Snack sein. So griff ich beherzt bei den Feigen zu, die machen sich bestimmt gut als Wurfgeschosse. Ein paar getrocknete Trauben und Bananen wanderten auch noch in den Korb, so dass ich mir bald genug zusammen gestellt hatte, um daraus ein leckeres pikantes Gericht samt süßem Nachtisch zu kredenzen.

Bei dem ersten Gang entschied ich mich für eine meiner liebsten Garmethoden bei Eiern, dem Pochieren. Man bekommt das Ei außerhalb der Schale noch viel zarter gegart und es ist in Verbindung mit einer passenden Sauce ein gar himmlisches Geschmackserlebnis. Ich habe mich für eine milde Tomatensauce entschieden, die ich zusammen mit dem Mozzarella, dem Feldsalat und ein wenig altem Balsamicoessig anrichtete. Diesen Gang möchte ich auf diese Art keinem mehr an den Kopf werfen, es wäre viel besser ein unwiderstehliches Versöhnungsangebot.

“Eigenetlich viel zu Schade, um es einfach wegzuwerfen!”

Das Dessert sollte noch viel mehr einschlagen, es durfte sogar richtig knallen, denn ich legte die getrocknete Traubenmischung in Jack Daniels Whiskey ein. Der konnte so zusammen mit etwas Traubensaft über einen Tag einziehen. Danach habe ich diese Trauben mit dem Fond noch eingekocht. So bildeten diese eingelegten Trockenfrüchte mit den frisch aufgeschnittenen Feigen, etwas Müsli und einem abgedrehten Bananeneis die Basis für meinen zweiten Teil. Ich war sehr zufrieden.

Rehydrierte Trauben à la Jack DanielsJack Daniels Honey (13 von 46) - 22. August 2013 - 001

Zutaten:

100 g getrocknete Trauben oder
200 g kernlose Weintrauben
100 ml Jack Daniels Whiskey Honey
200 ml Traubensaft
30 g Zucker

Zubereitung:

1. Möchte man die Trauben selbst trocknen, so werden die kernlosen Trauben nach dem Waschen im Dörrautomaten bei 50 °C für ca. 24 h getrocknet
2. Nach dem Trocknen nun die Trauben in dem Jack Daniels und Traubensaft einlegen und quellen lassen
3. Den Zucker in einem Topf karamellisieren lassen und mit den eingelegten Trauben und dem Fond aufgießen
4. Das Ganze so lange einkochen bis der Fond fast komplett eingekocht ist
5. Aus dem Topf herausnehmen und auskühlen lassen

Die Erfahrung mit dem Inspirationsmacher hat mich überzeugt, denn beschäftigt sich man erst einmal über einen kurzen Zeitraum mit dem zuerst ungewöhnlichen lukullischen Fingerzeig, kommen einem doch nach und nach wirklich sehr schnell unglaublich viele Ideen in den Sinn. So erging es mir und ich bin mir sicher, Euer erster Versuch damit, wird auch von Erfolg gekrönt sein. PS: Wer mehr Impressionen des Einkaufs dieser Zutaten sehen möchte, kann diese auf der Aktionsseite von REWE abrufen!

Rewe

Hinweis der Redaktion: Dies ist ein gesponserter Artikel.

Grüner Tee statt graue Katze – Teil 2 der Trilogie

Zeit um Nummer 2 der von mir 3 produzierten Speisen Euch zu präsentieren. Die Entscheidung, welche der Varianten ich ins Rennen schicke, ist mir bei den letzten Beiden wirlich sehr schwer gefallen. Ich bin ja anfangs davon ausgegangen, es wäre möglich mehrere Beiträge einzusenden, aber weit gefehlt. So musste ich mich entscheiden und das tat ich dann auch. *1

Ich fand es auch relativ schwer, Zutaten zu finden, welche zum leicht herben und sehr eigensinnigen Geschmack des Grünen Tees passen. Auch spielt ja die Farbe und Optik, wie wir beim letzten Post in der Nachbesprechung mitbekommen haben, eine nicht unwesentliche Rolle. Da ist der wohldosierte und vor allen Dingen richtige Umgang nicht immer leicht zu handhaben, sonst ist der Tee mal ganz schnell katzegrau. Was in anbetracht dessen, dass wir hier in meinen heimischen Gefilden eine ziemlich graue Katze ständig um uns herum haben (“Ich glaube sie wohnt hier”) nicht heissen soll, dass ich solche nicht mag, ganz im Gegenteil.

Einige der Zutaten wird es auch in allen drei Gängen geben. Ich beschränkte mich auf diese, um entsprechend ihres unterschiedlichen Einsatzes der Findung nach dem ultimativen Grünem Tee Gang näher zu kommen. Spannend fand ich zum Beispiel den Saibling, welcher sich auch auf allen drei Speisen ausbreitet. Fangen wir also an mit dem Vorschlag #2…

Geräucherter Saibling I Wasabi- Kartoffelpürree I Grüner Tee

Zutaten…

…für den pochierten Räuchersaibling

  • 1 x Bachsaibling à 1 kg
  • Räuchermehl
  • sowie etwas Fleur de Sel

…für den Grünen Tee Schaum

  • 50 g Butter
  • 2 x TL Grüner Tee
  • 2 x Schalotten
  • 50 ml Weißwein
  • 50 ml Nolly Prat
  • 200 ml Fischfond
  • 150 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer,
  • Lorbeer, weiße Pfefferkörner, angestoßene Knoblauchzehe
  • 1 x Limette

…das Wasabi- Kartoffelpüree

  • 500 g mehlig kochende Kartoffeln
  • Butter, Milch und Sahne im Verhältnis 1:1:1
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Wasabipaste

 

…für die vegetarische Komponenten

  • 250 g Blattspinat
  • 100 g Fingermöhren
  • 1 x Schalotte in feine Würfel geschnitten

Zubereitung…

…des Bachsaiblings

  1. Der Bachsaibling wird gewaschen, getrocknet, ausgenommen, erneut gewaschen, filetiert und die Gräten werden gezogen.
  2. Die Filets werden in einem geeignetem Ofen kalt geräuchert.
  3. Die Saiblingseiten werden nach dem Räuchern zugeschnitten und mit der Haut nach unten/ aussen in einer Klarsichtfolie aufgerollt, das Ganze relativ straff.
  4. Die Enden zudrehen und den Vorgang mit Aluminiumfolie wiederholen.
  5. Beiseite stellen.

…für den Grünen Tee Schaum

  1. Die Butter wird in einem Topf zerlassen und darin die klein geschnittenen Schalotten glasig geschwitzt.
  2. Mit dem Weißwein und dem Nolly Prat ablöschen und das Ganze bei mittlerer Temperatur bis auf 1/3 einkochen.
  3. Den Fischfond aufgießen und zusammen mit den Lorbeerblättern, dem Saft einer Limette, den Pfefferkörnern und dem Knoblauch langsam bis auf 1/3 einkochen lassen.
  4. Mit der Sahne auffüllen und nach einmaligem Aufkochen vom Herd nehmen und ziehen lassen.
  5. Nach ca. 1 h erneut aufkochen passieren und den Grünen Tee zugeben und nach eigenem Geschmack nachschmecken.

…das Wasabi- Kartoffelpüree

  1. Die Kartoffeln werden geschält und in gesalzenem Wasser weich gekocht.
  2. In der Zwischenzeit wird die Butter, Milch und Sahne aufgekocht und mit dem Meerrettich, Salz & Muskat abgeschmeckt.
  3. Die weichen Kartoffeln abschütten und in dem Kochtopf zurück geben. Bei kleiner Temperatur noch etwas ausdämpfen lassen.
  4. Diese nun durch eine Kartoffelpresse geben und nun nach eigenem Ermessen mit der Milch verrühren. Eventuell noch mit dem Meerrettich nachschmecken.
  5. Das Püree wird bei mir prinzipiell durch ein Mehlsieb gestrichen.

…für die vegetarische Komponenten

  • Der Stiel des Blattspinats wird entfernt.
  • Im kalten Wasser waschen bis dieser sauber ist und danach in einer Salatschleuder vom überschüssigen Wasser befreien.
  • Den Fingermöhren wird bis auf 2,5 cm das Grün abgeschnitten und im abgeschmeckten Kochwasser blanchiert bis sie bissfest sind.
  • In Eiswasser geben und abschrecken.
  • Nun die dünne Haut mit Hilfe der Hände oder auch einem Gemüseputzmesser ablösen.

Anrichten

Für das Anrichten wird der Saibling im ungefähr 56 ° C heissen Wasser für ca. 4 Minuten pochiert. Nach dem Herausnehmen beiseite legen und während dessen die anderen Zutaten erhitzen und auf dem Teller anrichten. Dafür wird Butter in einem breiten Topf gegeben und die fein geschnitten Schalottewürfel glasig geschwitzt. Der Spinat wird hinzugegeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt. Die Fingermöhren werden in etwas Gemüsefond und ein wenig Butter gedünstet. Das heisse Püree nun auf dem Teller dressieren und den ausgepackten Fisch darauf legen. Das Gemüse ensprechend anrichten und den heißen Grünen Tee Rahm aufmixen und zugeben. Auf den Fisch noch etwas vom Fleur de sel geben.

*1 Mir wurde nach Redaktionsschluss ( 🙂 ) noch mitgeteilt, dass es nun doch möglich ist, mehrere Beiträge einzuschicken. Gewinnen kann man aber nur einmal. Na dann mal los.

"Und täglich grüßt das Murmeltier…"

Es ist kalt, bitter bitter kalt. Jedenfalls muss man das hier in Berlin ja annehmen, wenn man den Sardellenexpress morgens und nachmittags bestaunt. Beim regelmäßigen Ausfall der Bahnen und/ oder Gleise muss man ja denken, es wären sibirische Verhältnisse zugegen. Doch weit gefehlt, es sind gerade einmal 10 cm Neuschnee gefallen und das bei – 5° C. Auch anders als sonst ist an solchen Tagen die stark reduzierte Länge der Wagons. Wie immer leicht verspätet fährt die S- Bahn morgens mit den dicht an dicht und dazu noch halbschläfrig gedrängten Arbeitern ein. Man hat da nicht das Gefühl, dass auch nur ein Bruchteil derer, die zu dieser Zeit den Bahnsteig füllen, in diesen Zug passen werden. Das hat ja schon japanische Verhältnisse, allein die mit weißen Handschuhen ausgestatteten Herren vom Bahnpersonal fehlen, welche freundlich aber doch bestimmt dem Passagier den nötigen Schubs/ Druck geben damit das was nicht paßt, paßt.

Einmal eingestiegen,wird einem schnell bewusst, dass die Bahn auch enorm an Heizkosten sparen wird, so unfreiwillig eng aneinandergekuschelt. Da kann man auch quasi garnicht umfallen, denn die Masse wird`s schon richten. Einzig und allein die Sache mit dem Ausstieg ist da eine letzte Herausforderung. Aber man kann/ muss ja froh sein, dass wenigstens diese eine S- Bahn fährt, noch.

Um dieses Gedränge im Wagon einmal praktisch zu Hause zu simulieren, gibt es beim diesem Rezept den passenden Anreiz. Nicht nur die Platznot wird hier vorgetäuscht, nein auch das bei steigender Hitze immer drastischere Getanze auf der Stelle. Ich wünsche viel Spaß. Ach ja, es taugt nebenbei auch noch ideal als Aufwärmer nach einer schönen ungemütlichen Fahrt im winterlichen Berufsverkehr.

Für alle, die es interessiert, wie genau das mit der Eisenbahn und der Technik funktioniert, dem sei wärmstens der Potcast vom Chaosradio Express emfpohlen. Hat man den erst einmal gehört, verliert sich schon gleich wieder ein Teil des Frust`s. Da wird einem so mancherlei unverständliches ein für alle mal erklärt.

Doch nun zum “Experiment”. Wir brauchen dafür folgende

Zutaten..

…für die Topfenknödel

  • 400 g Magerquark
  • 130 g Grieß
  • 120 g Butter
  • 3 x Eier
  • Pistazien “gehackt”
  • Puderzucker
  • etwas Mehl, etwas Salz
  • 2 x Pflaumen in Würfel geschnitten

…für den Pochierfond

  • Wasser
  • Nelke
  • Vanille
  • Zimt
  • Orangenabrieb
  • Zitronenabrieb
  • Zucker

…das Birnenragout

  • 2 x William`s Birnen
  • 20 g Vanillezucker
  • 20 ml Portwein “weiß”
  • 20 g Butter
  • 100 ml Birnensaft

Zubereitung…

…der Topfenknödel

  1. Für eine schöne Knödelmasse ist es notwendig den Topfen für einen Tag im Kühlschrank abzuhängen. dafür in ein Sieb ein Tuch legen und den Topfen hinein geben. Das ganze über Nacht abtropfen lassen und dabei aufpassen, dass der Quark nicht in Berührung mit dem Abtropffond kommt.
  2. Am nächsten Tag die Butter schaumig schlagen und mit dem Eigelb, Topfen, Grieß und der Prise Salz gut vermengen.
  3. Das Eiweiß zu Schnee steif schlagen und erst mit einem Drittel des Eischnee`s die Masse angleichen, daraufhin den Rest vorsichtig unterheben.
  4. Einen Topf mit Wasser aufstellen, dieser sollte etwas breiter sein. Darin werden nun für den Pochierfont die Gewürze zugegeben und alles einmal aufgekocht.
  5. Die Knödel abdrehen und dabei als Füllung je nach Größe zwei bis drei Pflaumenwürfel zugeben.
  6. In den Fond nun die abgedrehten Knödel vorsichtig ablassen und nach einmaligem Aufwallen des Wasser`s die Hitze herunter drehen, so dass diese langsam pochieren können.
  7. Sollte sie oben schwimmen können sie dann nach weiteren 1 bis 2 Minuten herausgenommen werden.

…des Birnenragout`s

  1. Die Birne schälen und in Ecken schneiden.
  2. In eine Pfanne den Vanillezucker und etwas Wasser geben und zu einem braunen Karamell reduzieren.
  3. Die Butter darin schmelzen lassen und die Birnen kurz darin schwenken.
  4. Mit dem Portwein und dem Birnensaft ablöschen und bis zur gewünschten Sämigkeit reduzieren.

Anrichten:

Die Birnen mit etwas Fond auf einen Teller geben, gerne auch noch lauwarm. Die Knödel werden nach dem Pochieren aus dem Bad genommen und in den gehackten Pistazien gewälzt und zum Schluß mit etwas Puderzucker bestäubt und auf die Birnen gesetzt.

Rezept