Terroir Berlin

Berlin Chef Stories: Terroir Berlin – Der neue kulinarische Lebensstil

So einige Länder auf dieser Welt machen es Deutschland recht deutlich vor, wie man den Umgang mit den dort angesagten Chefs möglichst mit großer Reichweite vorantreibt, um so eine neue Anschauung der Werte zu vermitteln. Allen voran Dänemark mit seiner hießigen Foodkultur in Kopenhagen, die sich vor allen Dingen über René Redzepi definiert. Oder eben auch Australien, wo Chefs wie Peter Gilmore oder Ben Shewry es verstehen, ihre Philosophy in die weite Welt zu kommunizieren. Kann es so etwas auch in Berlin geben? Diese Frage stellen sich derzeit Spitzenköche, Gastronomen, Journalisten und Blogger in der ersten Edition des Terroir Berlin.

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Der brutal lokale Koch • Billy Wagner läßt Dampf ab.

Billy Wagner, seines Zeichens Sommelier im »Nobelhart und Schmutzig«, ist Verfechter der landestypischen Küche. Er definiert die dort angewandte Kochphilosophie als brutal regional. Im heute veröffentlichten Video des “TEDx Talk” lässt er mal so richtig Dampf ab. Der gemeine Koch sei ein faules Wesen, der sich nicht mit dem Produkt auseinandersetzt, die Waren aus dem Katalog bestellt und nur zum Schein die Produkte saisonal verarbeitet. Die nur lokal bezogene Kocherei ist quasi kaum vorhanden, obwohl es nicht an guten Köchen fehlt.

Außerdem bescheinigt er eine fehlende Identität gerade im Umgang mit der deutschen Küche. Er lässt hier ordentlich Dampf ab und hält nichts hinterm Berg. Aber seht doch bitte selbst.

Wie seht Ihr das? Kocht Ihr regional? Könnt Ihr seinen Ausführungen folgen?

3x Erdbeer | Kaffee | Macadamia- Müsli

Was treibt Menschen dazu, sich sogenannte “Gourmetboxen” liefern zu lassen. Ist denn heutzutage keiner mehr in der Lage sich die Zeit und das notwendige Maß an Aufmerksamkeit zu nehmen, um selbst an ausgefallene Dinge, die ja nun ganz dem zeitgemäßen Charakter der Nachhaltigkeit, der Bio- Zertifizierung, Regionalität und vor allen Dingen Einzigartigkeit entsprechen sollten/ müssen, dieser Welt zu kommen? Ich denke, das gelingt immer weniger. Je mehr Informationen man heute bekommen kann, umso mehr breitet sich ein zudem ein schlechtes Gewissen bei jedem Griff ins Lebensmittelregal aus. In jedem Produkt lauert die Gefahr, man unterstütze nicht den regionalen Bauern nebenan sondern stopfe die gierigen Mäuler der Großkonzerne. So wird es einem eingetrichtert, so wird die Angst geschürt.

Da ist man froh, wenn man auf Dienstleistungen zurückgreifen kann, die einem diese Arbeit abnehmen. Auf diesem Gebiet des Lebensmittelversands gibt es hierzulande schon einige Anbieter. Wer sein Vertrauen den Foodisten schenkt, wird über deren Abonnement einmal im Monat mit verschiedenen Produkten mit den oben aufgeführten Eigenschaften versorgt. Nicht jedes Produkt ist regionale Ware, sonst müsste man auf Artikel, wie Macadamia- Nüsse oder andere tolle Produkte verzichten, aber der größte Teil stammte in der Juni- Box zum Beispiel von verschiedenen deutschen Unternehmern, die da unter anderem Mindsweets, Flores Farm oder Münchner Kindl Senf heißen.

Erdbeer- Freseco

Es stellt sich nun die Frage nach der Qualität der Produkte. Wie bei allen anderen zu verzehrenden Dingen spielt das individuelle Empfinden eines Jeden eine große Rolle. Mir gefielen alle Produkte bereits vom Äußeren anhand ihrer guten Präsentation. Geschmacklich fange ich mal bei der Ditry Harry`s BBQ Sauce an. Ich fand sie sensationell lecker. Sie hat ein mildes Raucharoma und eine sehr präsente aber nicht zu dominante Schärfe. Die gelieferten Eistees wirkten erst befremdlich, konnte man doch deutlich sichtbare Trübstoffe im Tee ausmachen. Ein Blick auf das Onlineportal von AiLaike verriet mir, dass sie auf Industriefilter verzichten und deswegen ein vorheriges Schütteln diese Ablagerungen wieder auflösen lässt. Die Kombination Zitrone- Minze empfand ich als sehr lecker, Pfirsich- Mango eher nicht, dafür mochte es meine bessere Hälfte umso mehr.

3x Erdbeer | Kaffee | Macadamia- Müsli

Die Dessertsoße habe ich gleich für eine sommerliche Erfrischung, was auch das Thema dieser Box war, verwandt. Das Rezept für die restlichen Komponenten gibt es hier aber erst später. So zog sich das Konzept bei all den anderen Produkten ohne nennenswerte Qualitätsschwankungen durch. Sie konnten schlichtweg überzeugen.

foodist
foodist.de

Ich bin mir sicher, dass viele Genussmenschen, mit dem Hintergrund nicht immer bis ins letzte Detail alles über das Produkt wissen zu wollen, sich aber trotzdem für spannende Artikel interessieren und zudem gerne verstärkt auf lokale Anbieter kleinerer Größe setzen, bei diesem Versandhandel gut aufgehoben sind. Wer dennoch bei der Belieferung die volle Packung an Informationen über das Produkt, die Herkunft und das Unternehmen braucht, wird mit der beiliegenden Broschüre bestens versorgt.

 

Hinweis der Redaktion
Ein Teil der besprochenen Produkte wurden von Unternehmen zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.