CookTank - Der Star apart

CookTank #11 • Der Star apart

Die Sternefresser veranstalten in regelmäßigen Abständen sogenannte CookTanks mit einem zugeordneten Thema. Letzte Woche luden sie nach Berlin um von den Gastköchen den “Star apart” kredenzt zu bekommen.

Mit dem großen Auguste Escoffier erfuhren zuerst die französischen und später auch die internationalen Küchen eine gut durchstrukturierte Hierarchie. Ein wesentlicher Pfeiler einer jeden Küche ist und bleibt der Sous Chef. Er ist nicht bloß der Stellvertreter, welcher die Verantwortung in der Abwesenheit des Chefs übernimmt, bei weitem stehen ihm mehr Aufgaben zu.

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Der große Jahresrückblick 2014

Ein sehr turbulentes Jahr geht zu Ende. Die Gastroszene schläft nicht, vor allen Dingen nicht in der Spreemetropole. 2014 gilt es nun Revue passieren zu lassen. Es gab viele Höhen aber auch einige Tiefen. Das Thema Kochbuch wurde in den letzten zwölf Monaten noch mehr zum Schwerpunkt, dafür gab es aber leider auch weniger eigene Kreationen zu sehen, doch der Reihe nach.

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Mediale Foodstücke #34 | • Ferran Adrià sees elBulli for the 1st time • Mike Colameco’s Real Food "Eleven Madison Park" • SweetTank No. 3 der Sternefresser • Daniel My French Cuisine • Silvio Nickol Gourmetrestaurant

Mediale Foodstücke

Die „Medialen Foodstücke“ habe ich Euch wieder ausgekramt, diesmal in der 34. Ausgabe. Hier werden 5 wunderbare bewegte Bilderreihen offeriert, die für Euren guten Wochenstart sorgen sollen. Es geht los mit Ferran Adriá, welcher gezeigt wird, wie er zum ersten Mal seine im nächsten Jahr erscheinende neue Buchreihe auspackt. Es hat etwas von Weihnachten, schon jetzt. Es geht mit einer Food- Doku über das EMP, führt Euch zum Trailer des letzten SweetTanks bei Harald Wohlfahrt, stellt ein weiteres Buchprojekt von Daniel Bouludvor und endet mit ein paar schönen Impressionen bei Silvio Nickol, dem Koch des Jahres 2014, jedenfalls aus der Sicht des Gault Millau. Viel Spaß dabei!

…im Close up: Tanya & Axel

Tanya und Axel lernte ich vor einiger Zeit zuerst über das Internet kennen. Nach einigem Wortgeplänkel über Facebook begegnete ich Ihnen sogar an meiner derzeitigen Wirkungsstätte. Ich kredenzte Ihnen sogar eines meiner Gerichte, die ich selbst zum Bloggerevent „… in 4 Gängen“ beigetragen habe. Es war für den Monat der Roten Bete angedacht und diese gab es in Form einer Borschtsch- Version mit Rindertafelspitz, Trüffel und natürlich auch der Roten Bete. Dass Tanya eine Schwäche für Lilatöne hat, bemerkte ich dort umso mehr. Wir kamen sehr gut ins Gespräch und es kam immer wieder zum Kontakt, nicht zuletzt auch, weil Axel einer der „Sternefresser“ ist und ich seine Kreationen schon in Form eines Desserts erleben durfte, das er ohne Scheu der derzeitigen Pâtisserie- Elite auf einem Sweet-Tank in Wolfsburg vorführte. Das muss man sich erst einmal trauen. Anlässlich ihrer letzten beiden Beiträge zu diesem Projekt gebührt ihnen natürlich auch eine gescheite Vorstellung, die ich Euch nun nicht länger vorenthalten möchte. Unser erstes „Close up“ in einer Dreier- Runde.

in-4-Gängen-1

Name: Tanya Quintieri & Axel Herrmann
Name des Blog:
Mangelisten & S/He’s Cooking
Link zum Blog: http://mangelisten.de & http://sh-cooking.com
Geburtstag: 02.09.1976 & 30.08.1982
Geburtstort: Stuttgart & Wernshausen
Wohnort: Ettlingen & Berlin
gelerntes Handwerk: Bürokauffrau/Übersetzerin & Diplom-Designer

unbenannte Fotosession- - 24. September 2013 - 001
Tanya & Axel | Mangelisten & S/He’s Cooking

Info:
Tanya: Als Teenager wollte ich unbedingt Sommelier und Köchin werden. Ich hatte mich für nach der High School schon am CIA Culinary Institue of America im Nappa Valley eingeschrieben. Aber es kam dann anders und ich landete mit 16 Jahren in Deutschland. Ich war später lange in der Gastronomie, zuerst im Service, später im Catering. Mangelisten ist meine Wiedergutmachung an mich selbst und an meine Träume aus der Jugend. Leider bleibt mir nicht immer ganz so viel Zeit, wie ich gerne investieren würde. Aber jede freie Minute gehört eindeutig dem, was uns Menschen am meisten eint und gleichzeitig am meisten voneinander trennt: Esskultur, Genuss und die Kulinarik ganz allgemein.
Axel: Ich gestalte gerne und höre dabei oft Musik – ab und zu koche ich, auch dabei höre ich Musik.

1. Zum Bloggen bin ich gekommen durch …
Tanya: … mein unglaubliches Mitteilungsbedürfnis. J Ich teile meine Gedanken gerne. Darum unterhalte ich so einige Blogs, die thematisch recht unterschiedlich sind. Mein Leben ist eben bunt.
Axel: Ich schreibe weniger als dass ich koche oder gestalte. Wenn ich schreibe, dann weil ich mich nicht mehr anders auszudrücken weiß.

2. Inspirationen für meinen Blog bekomme ich durch…
Tanya: … Erlebtes & Gefühltes.
Axel: Musik, Essen.

3. Über- bzw. unterbewertet finde ich…
Tanya: Überbewertet finde ich alles, was sich im Mainstream bewegt. Außerdem: Moët. Unterbewertet finde ich definitiv die Leistung von echter, handgemachter Küche. Der gemeine Bürger freut sich über Mittagstische für 3,90 Euro und beklagt sich, wenn ein ordentliches Steak mit frischen Beilagen und hausgemachten Soßen 29 Euro kostet.
Axel: Überbewertet finde ich den Michelin und so ziemlich alles, was man unter dem Begriff Luxus subsumiert (Produkte etc.). Unterbewertet finde ich ehrliche Küche, die Patisserie, gutes Brot und zufriedene Gäste.

4. An der deutschen Bloggerlandschaft finde ich

gut  | schlecht, dass…
Tanya: Gut, dass es eine Vielfalt gibt, die für jeden Leser das passende bietet. Schlecht, dass auch vieles dabei ist, bei dem sich Blogger noch nicht mal die Mühe geben, auf eine korrekte Rechtschreibung zu achten. So was macht mich kirre.
Axel: Dazu kann ich mich gerechterweise nicht äußern, da ich kaum Blogs lese.

5. Am besten essen war ich jemals bei…
Tanya: Bezahlt: Bei Matthias Schmidt in der Villa Merton. Soulfood: Bei meiner Oma. Heute: Bei Axel.
Axel: Tsuruya in Kyôto.

6. Ich habe … Kochbücher und mein Lieblingsbuch heißt…
Tanya: ca. 15. Mein Lieblingskochbuch ist ein Notizheft, in dem ich meine eigenen Sachen aufschreibe und sie immer mal wieder überarbeite. Die Seiten sind bekleckert, es gibt Kritzeleien darin und es ist völlig chaotisch.
Axel: Ca. 25, Tendenz sinkend. Was immer bleiben wird: Alinea & Mugaritz.

7. Mein Lebensmotto lautet:
Tanya: „Nimm im Leben nicht alles so ernst – kommst sowieso nicht lebend davon.“

Axel: —

Meine 4 Lieblingsblogs sind:
Tanya
http://www.berlinerspeisemeisterei.de (weil ich die Qualität des Blogs absolut klasse finde und bewundere, wie Du das trotz Deines Jobs hinbekommst!)
http://www.marthastewart.com
http://pinchmysalt.com
http://www.genuss-sucht.de
Axel:
http://www.berlinerspeisemeisterei.de
http://www.mangelisten.de
http://sternefresser.de

Cooktank

CookTank Schweiz

Um Bewegungen entgegen des Mainstreams voranzutreiben und entscheidende Impulse zu geben, muss man seiner Umgebung immer einen Schritt voraus sein – ergo den richtigen Riecher für die richtigen Themen haben. Wird ein eigentlich interessanter Inhalt zum falschen Zeitpunkt kolportiert, kann es sein, dass er fast ungehört im weiten Rauschen versiegt. In Zeiten des Internets ein nicht zu unterschätzender Schluss.

Die Sternefresser mit ihrem gleichnamigen Online-Portal beweisen stets dieses nötige Feingespür für die essentiellen Bereiche der Gastronomie, der Wissenschaft des Magens. Ist das Kochen mit dem Schwerpunkt „Regionalität und Nachhaltigkeit“ im Kreise der Endverbraucher angekommen und wird „wie die Sau von der Masse der Kochprofis durchs Dorf getrieben“, sind sie längst bei anderen, zukunftsweisenderen Reibungspunkten angelangt, die sie in einer selbst auserkorenen Runde mit der Koch-Elite ausarbeiten.

Das Podium hierfür braucht man vielerorts kaum mehr namentlich erwähnen, ist es doch längst zum “State of the Art” im deutschsprachigen Kochzirkel geworden. Vergleichbares auf selbigem Niveau ist mir nicht bekannt. Auch habe ich bisher aus anderen Ländern, bis auf das dänische „MAD Headquarter“, noch kein vergleichbares Unternehmen einer lukullischen Denkfabrik mit den absoluten Größen ihres Fachs gesehen. Sie besitzen damit ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal, das im Neudeutschen gerne auch als “USP” (Unique selling point) angepriesen wird. Somit war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die “CookTank”-Reihe ihre Premiere auch ausserhalb Deutschlands haben sollte. Die eigentlich bereits sechste Edition der Reihe fand somit erstmals in der Schweiz statt und machte damit den Anfang zu einer neuen, eigenen Serie für das Alpenland.

Geladen waren wie üblich 12 Spitzenköche (inklusive Kevin Feeling*** als Vertreter der deutschen Fraktion) sowie Prof. Dr. Thomas A. Vilgis, welcher als promovierter Physiker und Nahrungsmittelforscher den anwesenden Praktikern die lebensmitteltechnischen Zusammenhänge der gesetzten Themen näher brachte. Diese hatten den Schwerpunkt “Würzen mit ungewöhnlichen Zutaten” und „Käse – Mehr als nur vom Wagen“.

Die gezeigten Gerichte durften zuvor noch nicht “geschickt” worden sein, somit haben die Köche mit absoluten Novitäten ihrer Mitstreiter rechnen können, was allein schon einen sehr hohen Mehrwert mit sich bringt. Die Debatte folgt dem Anrichten und Verzehr stets auf dem Fuße, da der Veranstalter offensiv zum Diskurs einlädt. Dieser erfolgt zwar mit gebotener Höflichkeit aber dennoch treffend, man hat ja eher selten die Möglichkeit, frisch ausgeklügelte Ideen von betriebsfremden Fachmännern so treffend begutachtet zu bekommen. Oft wird sogar das ein oder andere Zubereitungskonzept ausgetauscht. Ein Zustand, der bei vielen sonst eher nicht betrieben wird, möchte man sich doch als erster der selbst entdeckten und nicht selten in nicht unerheblicher Zeit entwickelten Erkenntnisse bedienen. Aber gerade das ist das Credo des CookTanks: Wissen soll zugänglich gemacht und dabei das notwendige Maß an Aufklärung betrieben werden, um Gerichte mit ihren Eigenschaften und Hintergrundgeschichten dem Gast aber auch der restlichen, kochenden Riege im Lande näher zu bringen. Ein Auftrag, der es in sich hat.

Mehr und mehr kann man aber beobachten, dass die Sternefresser immer mehr Erfolg mit dieser Methodik haben. Alleine die Akzeptanz der vielfach ausgezeichneten Sterneköche lässt schon erkennen, dass auch sie es in diesen Zeiten endlich verstanden haben, die vielen kaum verständlichen Techniken und Rezepturen für den wissbegierigen Konsumenten nachvollziehbar und vor allen Dingen zugänglich zu machen.

So wäre es noch vor einigen Jahren nahezu unvorstellbar gewesen, dass ein Zweisternekoch sein Rezept für eines seiner neuen Gerichte herausgibt.

Marcus G. Lindner stellt uns seines für den von ihm gezeigten fantastischen Saibling, der dem Thema “Würzen mit ungewöhnlichen Zutaten” zuzurechnen ist, zur Verfügung.

Ziegenquark, Greyerzer Saibling, Beifuss und Waadtländer Saucisson von Marcus Lindner.
“Ziegenquark, Greyerzer Saibling, Beifuss und Waadtlander Saucisson de Vaud”

Die Sternefresser umschreiben das Gericht folgendermaßen:

“Eher konventionell mutet Markus G. Lindners Kreation an, was wir ausdrücklich positiv verstanden wissen möchten. Der Beifuß, das leicht bittere Kraut, das zu Weihnachtsgänsen als Muss gilt, ist perfekt dosiert und verbindet sich auf das Trefflichste mit dem rohen Saibling. Gleiches gilt für den feinen und zugleich intensiven Ziegenquark aus Rohmilch, dessen cremige Konsistenz und Säure quasi den Antagonisten zum kräutrigen Beifuß bildet. Abgerundet wird das Gericht durch die rustikale, französische Wurst Saucisson de Vaud, welche hier eher die Funktion eines Gewürzes einnimmt – eben die deine Prise, die den Unterschied macht.”

Das Rezept von Markus G. Lindner lautet wie folgt:

Tatarmarinade
– Rapsöl
– Senf von Dijon
– etwas Cayenne
– fein geschnittene, blanchierte Zwiebel
Alle Zutaten zu einer Sauce verarbeiten am Schluss die Zwiebeln à la minute dazu eben.

Beifussemulsion
– 300 g Beifuss ohne Blüten
– 100 g Feldsalat
Beifuss und Feldsalat zupfen, blanchieren, kalt machen und sehr gut ausdrücken
Schalotten in etwas Rapsöl anschwitzen und mit etwas Blanchier-Fond dünsten. Kalt zur Beifussmatte dazugeben. Dann frieren und im Pacojet etwa 2-3 mal pacosieren und mit Creme fraiche glatt rühren und mit Salz und frischem Pfeffer abschmecken.

Creme fraiche Matte
– 500 g Creme fraiche
– 6 Blatt Gelatine
– Salz und Pfeffer
– Zitronensaft
– 100 g Beifussemulsion
5 Esslöffel der Creme fraiche erwärmen und mit der eingeweichten Gelatine glatt rühren. In die restliche Creme fraiche einrühren, mit Salz, frischem Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Dann ca. 1.5 mm auf eine Silikonmatte gießen und erkalten lassen.

Waadländer-Shake
– 40 g Zwiebel
– 50 g Schmalz von der ausgelassenen Waadtländer
– 300 g Milch
– 4-5 Bioeidotter
– Salz und Pfeffer
– Zitronensaft
– Weißwein Gewürzreduktion (4 Esslöffel reduziert)
Die feingeschnittenen Zwiebeln in etwas Schmalz glasieren , mit der Weißwein- Gewürzreduktion ablöschen, mit den Bioeidottern der Milch und dem restlichen Schmalz im Thermomix bei einer Temperatur von 82 Grad aufschlagen.

Gruyere Saibling (ca. 30 g pro Person) filiert, entgrätet und ohne Haut angefroren, feinwürflig schneiden.
Ziegentopfen naturbelassen (ca. 20-25 g pro Person) spritzfähig abrühren.

Anrichten
Einen Teelöffel Beifussemulsion mit der Palette auf dem Teller verstreichen. Das abgeschmeckte Gruyere Saiblings-Tatar in einer Form mit der Creme fraiche-Matte auf dem Teller anrichten. Den Ziegentopfen der Länge nach darauf platzieren. Die kurz sautierten in Weißwein abgelöschten Pilze, die Brotcroutons, die Kräuter und die Kressen mit der gerösteten Waadtländer (Grieben von der Waadtländer) anrichten.

 

Quellenangaben:

Video und Fotos von Sebastian Lindner und mit freundlicher Genehmigung von white-plate.com

Signature Dish: Kevin Fehling – "Aal Unagi & Auster mit Reisgel, Dashi-Tapioka, Wasabi und Apfel-Gurkensud"

Kevin Fehling
Kevin Fehling

Mit Kevin Fehling bestreiten wir nun die nächste Runde der „Signature Dishes“. Diese Serie soll mehr Licht ins Dunkle bringen, und Euch die Möglichkeit geben, verschiedenste Gerichte besser in ihrer ganzen Komplexität verstehen zu können.
K. Fehling bekam im letzten Winter im jungen Alter von gerade einmal 35 Jahren seinen 3. Stern im Restaurantführer Guide Michelin. Das La Belle Epoque ist somit das einzige 3- Sterne- Restaurant in Schleswig- Holstein und gleichzeitig auch das nördlichste der Welt, glaubt man Wikipedia. Solch eine Leistung kann man natürlich nur mit einer hohen Kreativität abrufen und das gelingt außerdem nur unter Anwendung größtmöglicher Sorgfalt bei den Produkten in der Küche.
Diesen Anspruch hat Kevin Fehling. Mit seiner akribischen Genauigkeit und dem hohen Maß an Perfektion generiert er nach und nach Teller wie diesen, welche ihn in Verbindung mit seiner Bescheidenheit sehr symphatisch wirken lassen. Er stellte für uns seine benutzten Komponenten zusammen.

„Ich möchte jeden Tag besser werden.“

Columbia Hotel Travemuende, Cuvee 18, Foto: Holger Stoehrmann, 0177-6302754
“Aal Unagi & Auster mit Reisgel, Dashi-Tapioka, Wasabi und Apfel-Gurkensud”

Diesen Gang präsentierte er auch in der schweizer Edition des CookTanks, bei dem er als einziger deutscher Vertreter zugegen war. Präsentiert werden diese bewegten Bilder von den Sternefressern.

12 F.A.Q. an Thomas Macyszyn

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Die Karriereleiter eines Kochs, welche im klassischen Sinne über Posten wie vom Commis de cuisine, Demichef, Chef de partie, Chef tournant, Souschef bis hin zum Chef de cuisine vorgesehen ist, beschritt T. Macyszyn erst garnicht. Nach der bestandenen Prüfung verging noch nicht mal ein Jahr, bevor er zum Küchenchef aufstieg. Auch die sternefresser erkannten sein Potential und luden ihn zum CookTank ein. Mit seiner Teilnahme in Frankfurt zeigte er nur im Ansatz, was noch von ihm zu erwarten ist. Grund genug mir seine Antworten für den kulinarischen Fragebogen zu sichern.

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CookTank #5 – Next Generation

Der CookTank ist bereits eine Institution für sich geworden. Die sternefresser, die eine stets größer werdende Gemeinschaft unter den kulinarischen Protagonisten und deren Gästen bilden, haben mit der Gründung dieses Events und dem süßen Pendant dazu, welches auf den Namen “SweetTank” hört, bereits so einige lukullische Treffen auf höchstem Niveau zustande gebracht. Kaum zu unterschätzen ist der begleitende Verwaltungsaufwand, welcher dem anhängt.

Unter immer neuen Gesichtspunkten werden diese Veranstaltungen aufgebaut. Galt es beim letzten SweetTank in Wolfsburg “Interpretationen eines Klassikers” neu darzustellen, immer mit der Bedingung, diese Speisen  seien woanders noch nicht präsentiert worden, ist in der fünften Auflage des CookTanks die Herausforderung, dass sich die Teilnehmer Gerichte zu den Themen “Verwegen vegetarisch”, “Regionalität” und “Ein Teller nach Claude Lévi- Strauss” überlegen sollten.

Auch war es nur einer ganz bestimmten Sorte von Köchen vorbehalten hier mitzuwirken, führte doch dieser Gedankenaustausch den Untertitel “Next Generation”, welcher sich also speziell auf die heranwachsende Speerspitze der deutschen Kochelite bezog. Die Zusammenstellung konnte wohl kaum besser ausfallen. Zudem war es wieder möglich, sich über einen Wildcard zu qualifizieren. Zwei der Teilnehmer hatten sich über einen vorher eingesandten Gang beworben und konnten so, auch ohne Michelin- Sterne und Gault & Millau- Punkte, ihr Können unter Beweis stellen.

 Eric Werner | Résidence, Essen
Dirk Hoberg | Ophelia, Konstanz
Thomas Macyszyn | Navette, Rüsselsheim
Hendrik Olfen, Sous Chef von Hans Horberth | La Vision, Köln
Sebastian Prüßmann | Villa Hammerschmiede
André Rickert | Weinsinn, Frankfurt
Christoph Schmah | Graf Leopold, Daun
Matthias Schmidt | Villa Merton, Frankfurt
Andreas Tuffentsammer | Ole Deele, Großburgwedel
Sven Wassmer via Wildcard | Focus im Parkhotel Vitznau, Schweiz
Lars Middendorf via Wildcard | Seehalde, Uhldingen
Prof. Dr. Thomas A. Vilgis
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Thomas Macyszyn

Was sich aber bisher noch nie geändert hat, ist die Anwesenheit von Prof. Dr. Thomas A. Vilgis, der zahlreiche Bücher zur Naturwissenschaft des Kochens und der Physik und Chemie der Lebensmittel herausgebracht hat und zudem noch am Max- Planck- Institut in Mainz eine Arbeitsgruppe leitet.
Für fachliche Kompetenz ist also in jeder Hinsicht gesorgt worden, das kann man den sternefressern nicht aberkennen.
So bleibt nur noch die große Aufgabe, den Köchen die Zunge zu lockern, um den Austausch stattfinden zu lassen, selbst weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Zunft hinter dem Herd nicht immer die Redseligste ist. Für Billy Wagner und Benjamin Birk, zwei Top- Sommeliers aus Spitzenläden, dürfte das wohl eine der kleineren Herausforderungen gewesen sein, galt es zudem noch die Speisen anständig mit dem einen oder anderen Tropfen zu begleiten.

In diesem Beitrag habe ich sogar von den sternefressern das Privileg bekommen, Euch ein Gericht näher vorstellen zu dürfen. Es handelt sich um den Gang von Thomas Macyszyn vom Restaurant Navette in Rüsselsheim. Er zeigte mit “Tsarskaya Auster, Romana Salat, Parmesansud und fermentierter Knoblauch” einen Teller à la Lévi-Strauss.

Tsarskaya Auster mit Parmesansud
Tsarskaya Auster mit Parmesansud

Bei „Tsarskaya-Auster mit Romana-Salat, Parmesansud und fermentiertem Knoblauch in Ahornsirup“ von Thomas Macyszyn handelt es sich um ein untypisches Austern-Gericht, da hier der Eigengeschmack der Muschel nicht mittels säurelastiger Begleiter gehoben wird. Vielmehr fügt sich ein herzhaftes Gesamtbild ein, das zwischen Umami-Fülle (Parmiggiano) und „Meer“ changiert. Die herben Noten des Salats und der süßliche Knoblauch brechen die Fülle des Gerichts auf und sorgen für mehr Vielschichtigkeit. Wichtigstes Merkmal des Gerichts ist der Parmensansud, dessen tiefe Umami-Noten aus dem Käse selbst, einer Brühe und deren Reduktion stammen. Die separate Darreichung im Glas erlaubt eine gute Dosierung, was dem Gericht weitere Komplexität gibt. Interessanterweise erklärt Macyszyn, dass der Sud der eigentliche Star der Komposition ist. Er passt nicht nur zu diesem Austergang hervorragend, sondern wird als immer wiederkehrendes Element in seiner Küche genutzt und wurde so auch schon mit anderen Protagonisten serviert.

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Insofern kann man vor diesem Kunstwerk und seiner Komplexität nur den Hut ziehen. Ich finde es immer wieder überaus beeindruckend, zu welchen neuen Interpretationen man mit der unkonventionellen Methodik der Zubereitung von Speisen kommen kann.

Deswegen ist der CookTank nicht nur ein Mehrwert für die Gastronomie hierzulande, sondern fast schon “State of the Art”, wenn es um den kulinarischen Austausch der kochenden Brigade geht. Sie übernehmen aber zudem auch noch mit der Bereitstellung des Wissenszugangs für ein besseres Verständnis der Teller den Aufklärungsauftrag, welcher bei der momentan hochtechnisierten Küche auf nationaler Ebene, immer brisanter wird. Vielleicht ist das ein weiterer wichtiger Auftrag, den Foodmagazine oder auch Foodblogs heute leisten können.

 
Quellenangaben:
© aller Bilder & Videos: Klaus Einwanger | http://blog.white-plate.com/

Mediale Foodstücke #31 | sternefresser special

IMG_3064Diese Woche gibt es ein kleines Special, welches sich auch bei den Medialen Foodstücken breit macht. Der zuletzt stattgefundene CookTank in
Frankfurt, welcher mal so nebenbei den kulinarischen Höhenflug des Selleries eingeleitet hat, gibt mir noch einmal die Gelegenheit vor dem Beitrag zu diesem Event auf die Dessertkreationen des zweiten SweetTanks im vergangenen Frühling zurück zu schauen. Stattgefunden hatte dieser in Wolfsburg bei Sven Elverfeld und “Interpretationen von Klassikern” galt es vorzustellen und folgende Gänge wurden gezeigt:

 1. La Mer | Niko Langner: “Baba au rhum”

2. Holbein`s | Benjamin Kunert: “Apfeltarte mit Fenchel und Rose”

3. Aqua | Eric Räty: “Lemon pie”

4. Dallmayr | Eugen Stichling: “Erdbeerkuchen”

5. Vendôme | Andy Vorbusch: “Hamburger Rote Grütze”

6. Schwarzwaldstube | Pierre Lingelser: “Geräucherte Schwarzwälder Kirschtorte”

7. Schwarzwaldstube | Matthias Spurk: “Geeister Armer Ritter”

8. Schloss Berg | Tim Tegtmeier: “Milchreis”

9. Sternefresser | Axel Herrmann: “Rüblikuchen”

10. Falconera | Daniel Bodamer: “Crêpe suzette mit Fenchel”

Die visuellen Eindrücke, die hier von den Jungs von “White Plate” aufgenommen wurden, darf ich Euch mit der freundlichen Bereitstellung durch die sternefresser hier präsentieren. Et Voilà!