Speisekarte

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#6 Angemessene Größe und Material

Neben der Lesbarkeit ist auch das Papierformat entscheidend. Der Trend geht seit vielen Jahren hin zu eher einseitigen Karten. Speisekarten mit vielen Seiten sind eindeutig nicht mehr zeitgemäß. Der Gast mag einfach nicht ständig vor- und zurückblättern. Das ist unpraktisch. Passen die Speisen bei einer angenehmen Schriftgröße nicht auf eine Seite, dann denke über ein größeres Format nach. Vielleicht wäre es sinnvoll, mal einen Grafikdesigner an Deine Speisekarte heranzulassen.

Der kann Dir ganz bestimmt ein sehr gutes Design als Vorlage kreieren. Diesen Aufwand musst Du nur einmal betreiben, denn alle weiteren Speisekarten kannst Du mittels diesem Grundgerüst selbst zusammenstellen.

Ebenso wichtig ist das Material der Speisekarte. Ist das Papier zu dünn, schaut es so aus, als müsstest Du überall sparen. So schaffst Du schnell das Image, dass vielleicht auch hinter den Kulissen bei den Zutaten gespart wird. Zu leichtes Papier muss häufiger getauscht werden. Lass Dich da am Besten vom Fachmann beraten.

Setzt Du auf Papier, welches griffig ist, dann wirkt das angenehm, sorgt jedoch dafür, dass Flüssigkeiten wie Fette oder Getränke schneller aufgesogen werden. Diese Speisekarten sehen sehr schnell sehr abgenutzt und unansehnlich aus. Besser ist ein Papier, das etwas versiegelt und daher glatt ist. Diese weisen Flüssigkeiten besser ab und sind auch ein wenig robuster. Solche Karten wirken auf den ersten Blick teurer, sind dafür langlebiger und wertiger.

Kassenbong

#7 Angebote hervorheben

Es gibt auf jeder Speisekarte Gerichte oder Angebote, die will man einfach mehr verkaufen als alles andere. Wenn beispielsweise der Fischer wieder mal unangemeldet einen Spitzenfang gemacht hat und ihn Dir für die Verarbeitung vorbeibringt. Diesen fangfrischen Fisch willst Du natürlich so schnell wie es geht unter das Volk bringen. Da hilft freilich die Kommunikation über die Speisekarte. Einfaches Einrahmen mit einer dünnen – pixelstarken Linie hilft da enorm. Denn unbewusst nimmt der Gast das als etwas Besonderes auf und wird den Blick immer wieder darüber gleiten lassen und irgendwann wie ein Fisch anbeissen.

#8 Speisekarte gegenlesen lassen

Wer kennt es nicht? Unzählige Male liest Du Dir Deine eigenen Texte durch und siehst manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das ist beim Speisekartenschreiben nicht anders. Ein Fehler wäre jetzt nichts, was Du nicht später korrigieren könntest. Doch möchtest Du Dir Mehrkosten durch Fehldrucke oder das wiederholte Anfassen der angefallenen Daten sparen, lässt Du besser jemand Zweites ran. Auch werden später die Kassensysteme programmiert, und sollten in Deiner Karte unterschiedliche Preise enthalten sein, kann das später zu Komplikationen führen. Lass also zwingend eine, wenn nicht sogar mehr Personen gegenlesen.

Feuer

#9 Lass das Eurozeichen bei der Speisekarte weg

Studien haben ergeben, dass Preise, die ohne das Eurozeichen angegeben werden, als günstiger wahrgenommen werden. Die Gäste bestellen dadurch 10 % höherpreisiger. Schreibe also 11,50 anstelle von 11,50 € in die Speisekarte. Besser wäre es, 11,5 zu schreiben.
Bei ganzen Eurobeträgen lässt Du die Nullen hinter dem Komma aus. Am Ende der Speisekarte muss jedoch der Hinweis stehen, dass die Angaben in Euro und inkl. der Mwst. angegeben sind. Außerdem wirkt so die Karte etwas leichter. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, wie man Gäste dazu verleiten kann, mehr Geld auszugeben, bzw. die kostenintensiveren Gerichte zu wählen.

#10 Allergene müssen nicht auf die Speisekarte

Bei vielen Speisekarten prangt stets die Allergenenkennzeichnungen samt Legende hinter den Gerichten. Selbst dann, wenn die Allergenenkarte nicht angefordert wurde. Fakt ist, man muss die Allergene nicht zwangsweise auf der Speisekarte ausweisen. Es muss lediglich eine Speisekarte auf Verlangen herausgegeben werden, welche diese Deklaration enthält. Diese muss dafür, beispielsweise bei der Kasse, unmittelbar zur Verfügung stehen. Viele Betriebe machen sich nicht die Mühe, zwei Karten anfertigen zu lassen und geben die komplett ausgestattete Version heraus. Die schaut dadurch hin und wieder eher wie ein Telefonbuch als eine ansehnliche Speisekarte aus.

Klar, das spart hin und wieder Zeit, wenn es ein Gast genau wissen möchte. Meine Erfahrung hat aber gezeigt, dass Allergiker zumeist nachfragen und der Rest mit einem Buchstabensalat konfrontiert wird, der zusätzlich die Karte mit Infos zumüllt, die eher im Ausnahmefall gebraucht werden.

Restaurant

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Author

Steffen Sinzinger

Steffen Sinzinger, Jahrgang 1980, ist ein in Berlin lebender Küchenchef und seit nun mehr als 10 Jahren ein passionierter Foodblogger. In der deutschsprachigen Bloggerszene ist er ein fester Bestandteil und spricht mit seinen breitgefächerten Themen sowohl die professionellen Köche als auch die am heimischen Herd kochende Fraktion an. Als vermutlich Deutschlands einziger Küchenchef produziert er regelmäßig seinen eigenen Blog.

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